Die Riester-Rente galt lange als Auslaufmodell. Über Jahre hinweg waren niedrige Zinsen, hohe Komplexität und fehlende Reformen Gründe dafür, dass sich viele Anbieterinnen und Anbieter aus dem Markt zurückzogen. Auch Vermittlerinnen und Vermittler sahen in Riester zunehmend ein schwieriges Produkt. Doch jetzt erleben wir eine überraschende Wendung: Die Zinswende schafft neue Spielräume in der Kalkulation, innovative Tarife betreten den Markt, und politische Reformen sind greifbarer denn je. Ein entscheidender Faktor ist der gestiegene Höchstrechnungszins von 1 Prozent. Damit lassen sich wieder Produkte darstellen, die sowohl die gesetzlich geforderte 100-Prozent-Beitragsgarantie einhalten als auch attraktive Renditechancen bieten. Für Vermittlerinnen und Vermittler bedeutet das: Der Riester-Markt lebt – und er ist wieder relevant. Besonders Haushalte mit Kindern oder mittlerem Einkommen können über die Zulagenförderung spürbare Vorteile erzielen.
Moderne Technik, flexiblere Modelle
Ein Beispiel für diese neue Generation von Riester-Tarifen ist WWK IntelliProtect® 2.0. Das Produkt nutzt einen tagesaktuellen iCPPI-Garantiemechanismus: Kundengelder werden täglich zwischen sicherheits- und renditeorientierten Anlageklassen umgeschichtet – je nach Marktlage und Absicherungsbedarf. Damit nutzen Anlegerinnen und Anleger die Chancen an den Kapitalmärkten betsmöglich und profitieren gleichzeitig von der Beitragsgarantie. Marc Glissmann, geschäftsführender Gesellschafter der infinma GmbH und einer der profiliertesten Analysten für Vorsorgeprodukte, sieht darin eine zukunftsfähige Antwort auf frühere Schwächen:
„Früher waren viele Produkte sehr träge. Wenn eine Umschichtung nur einmal im Jahr stattfindet, kann man auf Krisen wie 2020 gar nicht reagieren. Tagesaktuelle Modelle wie IntelliProtect® 2.0 schaffen da ganz andere Möglichkeiten.“
Auch bei der Produktauswahl rät Glissmann zur Klarheit:
„Als Vermittlerin oder Vermittler sollte ich mich immer fragen: Wohin fließt das Geld meines Kunden? In ein Sicherungsvermögen, in einen Wertsicherungsfonds oder in eine freie Fondsauswahl?”
Nur wer das als Vermittlerin oder Vermittler nachvollziehen kann, kann die erwartbare
Rendite und das Risikoprofil wirklich einschätzen.
Beratungskompetenz als Schlüssel
Mit der Vielfalt moderner Riester-Konstruktionen wächst auch der Bedarf an fachkundiger Beratung. Unterschiedliche Garantiemodelle, Fondsquoten, Umschichtungsstrategien und Renditeerwartungen müssen verständlich eingeordnet werden – ohne dabei Kundinnen und Kunden mit Details zu überfordern. Eine fundierte Beratung zeichnet sich heute vor allem dadurch aus, dass Vermittlerinnen und Vermittler in der Lage sind, die richtige Lösung auf Basis der persönlichen Situation und Zielsetzung auszuwählen und klar zu erklären. Wie Glissmann treffend „Folgen Sie der Spur des Geldes.“ Wer nachvollziehen kann, wo und wie das Kapital angelegt wird, kann daraus ein transparentes und glaubwürdiges Altersvorsorgekonzept entwickeln.
Gerade für Menschen mit geringerer Steuerlast oder Familien mit mehreren Kindern ist die Riester-Rente weiterhin eine der effizientesten Möglichkeiten, staatlich gefördert Kapital aufzubauen. Hier kommt es besonders auf konkrete Rechenbeispiele an, die aufzeigen, wie sich Zulagen, Steuervorteile und Eigenbeiträge über die Jahre positiv entwickeln können. Vermittlerinnen und Vermittler, die diesen Mehrwert verständlich machen, positionieren sich nicht nur als Fachleute, sondern auch als echte Partner in der langfristigen Vorsorgeplanung. Glissmanns Appell an die Vermittlerschaft ist daher eindeutig:
„Riester war für viele Kundinnen und Kunden der erste Schritt in die private
Altersvorsorge. Diese Einstiegschance sollten wir wieder aktiver nutzen.“
Reformdynamik und ESG-Potenzial
Parallel zur Produktentwicklung arbeiten auch die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger an einer Reform der geförderten Altersvorsorge. Das Bundesfinanzministerium erwägt derzeit unter anderem die Einführung eines standardisierten Altersvorsorgedepots, eine Senkung der Beitragsgarantie auf 80 Prozent sowie eine Vereinfachung der Förderlogik. Ziel ist es, die Riester-Rente moderner und zugänglicher zu machen. Bis diese Reformen greifen, bleibt die derzeitige Produktlandschaft entscheidend – und hier bietet die WWK mit ihren Rentenversicherungen bereits heute attraktive Lösungen für sicherheits- und renditeorientierte Anlegerinnen und Anleger. Auch das Thema Nachhaltigkeit könnte mittelfristig eine stärkere Rolle spielen. Noch ist ESG bei Riester-Produkten kein Hauptkriterium, doch laut Glissmann dürften nachhaltige Fonds, die nach Artikel 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung klassifiziert sind, bald stärker in den Fokus rücken – sowohl in der Fondsselektion als auch in der Ausgestaltung des Sicherungsvermögens. Anbieterinnen wie die WWK haben hier bereits heute entsprechende Optionen im Portfolio, auch wenn sie aktuell noch nicht produktprägend sind. Wie sich moderne Riester-Produkte im Markt positionieren und welche Rolle Vermittlerinnen und Vermittler dabei spielen, erklärt Marc Glissmann im WWK-Podcast „Standpunkt“ – kompakt, fundiert und praxisnah.
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