Wenn Arbeit krank macht

Psychische Erkrankungen zählen inzwischen zu den häufigsten Gründen für Fehlzeiten im Arbeitsleben. Unternehmen sehen sich zunehmend mit den Folgen von Belastung, Erschöpfung und Depression konfrontiert: langfristige Ausfälle, rechtliche Anforderungen oder Herausforderungen in der Mitarbeiterbindung. In der Folge rücken Fragen der Absicherung und Prävention stärker in den Mittelpunkt. Auch für Maklerinnen und Makler verändern sich damit die Beratungsanlässe: Die betriebliche Vorsorge wird komplexer und erfordert durchdachte Konzepte, die psychische Gesundheit nicht ausklammern.

Aktuelle Zahlen aus dem DAK Psychereport 2025 machen deutlich, wie groß die Relevanz bereits heute ist – und warum es sinnvoll ist, Absicherungs- und Versorgungslösungen künftig enger mit mentaler Gesundheit zu verknüpfen.

Hohe Fehlzeiten, konstantes Risiko

Laut dem Psychreport fielen im Jahr 2024 durchschnittlich 342 Fehltage pro 100 Versicherte aufgrund psychischer Erkrankungen an. Damit bleibt das Niveau gegenüber dem Vorjahr hoch. Die psychische Belastung hat sich auf einem strukturell kritischen Punkt eingependelt.

Besonders deutlich wird das bei der Diagnosegruppe „Depressionen“: Sie verursachte 2024 mit 183 AU-Tagen je 100 Versicherte die meisten Fehltage und lag damit über allen anderen psychischen Diagnosen. Auch die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung lag mit rund 33 Tagen konstant hoch. Fachlich besonders relevant: Die Belastung steigt deutlich mit dem Alter. Beschäftigte über 60 verzeichnen bis zu 368 Fehltage durch Depressionen. Fast doppelt so viele wie in der Altersgruppe 45–49.

Für Maklerinnen und Makler bedeutet das: Wer im Rahmen betrieblicher Vorsorgeberatung über Absicherung spricht, sollte das Thema psychische Erkrankungen gegenüber dem Arbeitgeber und als Vermittler in der Betreuung auch gegenüber den Versicherten und Mitarbeitern aktiv ansprechen – gerade mit Blick auf Branchen, Altersgruppen und Berufsprofile.

Belastung in Zahlen

Die Datenlage zeigt: Die meisten Fehlzeiten entstehen in Branchen mit hoher emotionaler Belastung. Im Gesundheitswesen beispielsweise lagen die psychisch bedingten Fehltage 2024 39 Prozent über dem Durchschnitt aller Branchen. Auch soziale Berufe, Erziehung, Verwaltung und Handel liegen deutlich über dem Schnitt.

Berufe mit hoher Personalfluktuation, starker Verantwortung oder wechselnden Arbeitszeiten sind besonders betroffen. Gleichzeitig steigt die Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden für das Thema, primär unter jüngeren Beschäftigten. Maklerinnen und Makler, die das Thema heute in ihre Kundenansprache integrieren, stärken nicht nur die Risikoabsicherung ihrer Firmenkunden, sondern auch deren Arbeitgebermarke und Fachkräftebindung.

Absichern, begleiten, vermitteln

Ein erfolgreicher Gesprächseinstieg gelingt oft über die Fakten und die Realität. Beispielsweise mit der Frage an den Chef oder Personalverantwortlichen: „Wussten Sie, dass im vergangenen Jahr bei über sieben Prozent der Beschäftigten eine Krankschreibung mit psychischer Diagnose dokumentiert wurde?“ Von dort aus lassen sich individuell passende Maßnahmen entwickeln: So können Vermittler zusammen mit den Unternehmen eine akute Absicherung ermöglichen durch eine Ergänzung der bAV mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Vermittler helfen Unternehmen dabei, den Bedarf an Vorsorge differenziert einzuschätzen durch eine Beratung, die psychische Gesundheit nicht ausklammert, sondern gezielt berücksichtigt. So entsteht eine individuelle Vorsorgestrategie, die zur Lebensrealität passt und auch komplexe Belastungssituationen berücksichtigt.

Individuelle Absicherung als Erweiterung

Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen können die Arbeitskraft stark einschränken – bis hin zur dauerhaften Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit. Vermittler können und sollten dieses Thema nicht nur im Kontext der bAV spielen, sondern auch die private Komponente im Einzelgespräch mit den Mitarbeitern ansprechen. Die WWK bietet für diese Risiken individuell abschließbare Lösungen, die gezielt auf die persönliche Lebenssituation zugeschnitten sind.

Berufsunfähigkeitsversicherung Komfort

Sie sichert das Einkommen bei dauerhaftem Verlust der beruflichen Tätigkeit, auch infolge psychischer Erkrankungen. Die WWK verzichtet auf abstrakte Verweisung, bietet Assistance-Leistungen im Leistungsfall sowie Nachversicherungsgarantien und eine lebenslange Rentenoption.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Sie ist eine Option für körperlich tätige Menschen oder Personen, die keinen Zugang zur BU erhalten. Sie leistet bei vollständigem Verlust der Erwerbsfähigkeit und enthält ebenfalls Assistance-Leistungen. Für junge Zielgruppen besteht eine spätere Wechseloption in die BU – ohne neue Gesundheitsprüfung.

Grundfähigkeitsversicherung

Sie deckt den Verlust zentraler körperlicher und kognitiver Fähigkeiten wie Sehen, Sprechen, Hören oder der Orientierungsfähigkeit ab. In der Variante „GF Plus“ bietet die WWK zusätzliche Leistungen für Berufe mit körperlichem Schwerpunkt. Maklerinnen und Makler können diese Lösungen gezielt ins Gespräch bringen, wenn Sie die Kunden nach der bAV-Beratung privat weiter betreuen.

Wer heute schützt, sichert morgen Vertrauen

Die DAK-Zahlen zeigen: Psychische Erkrankungen sind in der Mitte der Arbeitswelt angekommen und dort wirtschaftlich spürbar. Für Maklerinnen und Makler ist das eine Chance, sich mit fundierter Beratung zu positionieren.

Mit den richtigen Fragen, dem Blick auf Versorgung statt reiner Versicherung und einem Partner wie der WWK an der Seite können sie Menschen dabei unterstützen, sich nachhaltig abzusichern. Denn wer heute für Aufklärung und Sicherheit sorgt, schützt nicht nur Existenzen – sondern beweist Weitblick in einer Arbeitswelt, die an Tempo und Druck stetig zunimmt.

Prävention ergänzt Versicherung und Vorsorge

In Zeiten wachsender psychischer Belastungen am Arbeitsplatz wird die Verantwortung von Unternehmen für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden immer wichtiger. Klassische Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements wie Gesundheitstage oder Rückenschulungen greifen oft zu kurz, wenn Mitarbeiter gesundheitlich abgeschlagen sind. Versicherungsmakler und Vermittler können im Sinne ganzheitlicher Beratung hier ansetzen: Neben der klassischen Altersvorsorge bietet die betriebliche Versorgung über eine bKV heute vielfältige Erweiterungsmöglichkeiten für ein ganzheitliches Vorsorge- und Präventionsangebot.

Ein Beispiel: Mitarbeitende erhalten im Rahmen der bAV nicht nur eine finanzielle Absicherung für den Ruhestand, sondern über die bKV auch Zugang zu präventiven Maßnahmen wie Online-Coachings, Stressmanagement-Trainings oder psychologischer Kurzberatung. All diese Angebote lassen sich in Versicherungslösungen integrieren: Und das sogar steuerlich begünstigt und mit hohem Nutzen für Arbeitgeber und Belegschaft.

Dieser kombinierte Ansatz aus finanzieller Vorsorge und aktiver Gesundheitsprävention stärkt nicht nur die Resilienz der Mitarbeitenden, sondern positioniert den Arbeitgeber als verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein starkes Signal auf dem Arbeitsmarkt.

Wenn die Psyche schon gelitten hat: Wie Makler dennoch Schutz sicherstellen können

Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Erschöpfungssyndrome nehmen in der Arbeitswelt spürbar zu – und hinterlassen nicht nur gesundheitliche, sondern auch versicherungstechnische Spuren. Wer einmal psychisch schwer erkrankt war, hat es beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder vergleichbarer Arbeitskraftabsicherungen schwer.

Versicherer bewerten psychische Vorerkrankungen als besonders kritisch. Schon ein ambulanter Aufenthalt, eine medikamentöse Behandlung oder der Eintrag „psychosomatische Beschwerden“ im Arztbericht können dazu führen, dass

  • der Antrag abgelehnt wird,
  • Leistungsausschlüsse vereinbart werden,
  • oder die Beiträge durch Risikozuschläge massiv steigen.

Für Betroffene bedeutet das: Eine echte Absicherung der Arbeitskraft ist realistisch kaum noch zu bekommen, obwohl sie gerade durch ihre Vorgeschichte ein besonders hohes Risiko tragen.

In solchen Fällen ist der direkte Antrag bei einem Versicherer riskant – denn einmal gestellte Anträge und abgelehnte Angebote müssen bei künftigen Abschlüssen angegeben werden. Dadurch verschlechtert sich die Ausgangslage weiter.
Die professionelle Lösung ist eine anonyme Risikovoranfrage.

  • Makler holen dabei vorab Einschätzungen mehrerer Anbieter ein.
  • Die medizinische Vorgeschichte wird offen, aber ohne Nennung des Namens geprüft.
  • Erst bei einem positiven Votum wird der offizielle Antrag gestellt.

Diese Vorgehensweise schützt den Kunden vor unnötigen Ablehnungen und erhöht die Chance, doch noch einen tragbaren Versicherungsschutz zu erhalten – auch wenn dieser möglicherweise mit Ausschlüssen oder Zuschlägen versehen ist.

Beitragsbild: © Halfpoint / stock.adobe.com

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