Schule fertig, Ausbildung startet: Check! Versicherungen: Check?

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt demnächst für zig Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Der Start ins Berufsleben mit einer Ausbildung ist nicht nur aufregend, sondern auch mit vielen Fragen verbunden. Neben Fragen wie, „Wie kleide ich mich?“, „Wie werden wohl die Kollegen sein?“, geht es aber auch erstmals in ihrem Leben um Versicherungen. Bislang lief ja alles über die Eltern, aber jetzt? Welche Policen sind wichtig und sinnvoll? Ein Überblick.

Krankenversicherung

Am wichtigsten – da sind sich Experten einig – ist eine Krankenversicherung. Denn eben genau mit dem Ausbildungsbeginn endet der Versicherungsschutz über die Eltern. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, wenn sich die jungen Azubis noch vor dem Beginn ihrer Ausbildung für eine Krankenkasse entscheiden. Entscheiden sie selbst über ihre Krankenkasse, können sie den Versicherungsschutz besser auf ihre individuelle Situation abstimmen. Mit wenigen Ausnahmen werden Lehrlinge in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert.

Private Haftpflicht

Nicht minder wichtig und deshalb ratsam sie abzuschließen: eine private Haftpflichtversicherung. Diese greift, wenn man an Gegenständen bzw. anderen Personen einen Schaden verursacht. Oftmals sind Auszubildende noch über ihre Eltern mitversichert. Allerdings gilt dies nur unter folgenden Umständen:

  1. Die Haftpflichtversicherung der Eltern schließt die Kinder mit ein.
  2. Es ist für den beziehungsweise die Betreffende/n die erste Ausbildung und
  3. der oder die Betreffende ist nicht verheiratet.

Gibt es den Versicherungsschutz über die Eltern nicht, brauchen Azubis unbedingt eine eigene Haftpflichtversicherung. Das gilt auch für den Zeitpunkt, wenn die Ausbildung endet.

Berufsunfähigkeit 

Ein weiteres sehr wichtiges Thema, mit dem sich auch sehr junge Menschen auseinandersetzen müssen, ist eine mögliche Berufsunfähigkeit. Auszubildende können sich, im Falle einer Berufsunfähigkeit, nicht auf staatliche Unterstützung verlassen. Selbst, wenn diese nur vorübergehender Natur sein sollte. Denn um Erwerbsminderungsrente – so heißt die staatliche Zuwendung – zu erhalten, muss man mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Das ist logischerweise für einen jungen Menschen, der am Beginn seines Berufslebens steht, nicht zutreffend. Mit der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erhält der Versicherungsnehmer eine monatliche Rente, solange er nicht arbeiten kann – maximal bis zum Vertragsablauf. Ein großer Vorteil junger Menschen: je früher man in eine sogenannte BUZ einsteigt, desto niedriger sind die monatlichen Beiträge. Dennoch sollte man beim Abschluss einer Police auf eine ausreichende Höhe der monatlichen Rente achten. Die Laufzeit sollte möglichst erst kurz vor dem geplanten Renteneintritt enden, denn im Alter ist das Risiko, berufsunfähig zu werden, deutlich höher. Wenn die Ausbildung beendet ist und das Gehalt entsprechend höher, empfiehlt es sich, den Berufsunfähigkeitsschutz anzupassen. Hierfür sollte von Anfang an eine Nachversicherungsgarantie vereinbart werden. Diese ermöglicht eine Anpassung ohne neuerliche Gesundheitsprüfung.

Betriebsrente

Seit 2022 ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, seinen Arbeitnehmern – also auch seinen Auszubildenden – mindestens 15 Prozent der vom Versicherungsnehmer investierten Summe, zumindest aber die Höhe der eingesparten Sozialbeiträge, als Zuschuss hinzuzusteuern. Aus diesem Grund wird die Betriebsrente Teil der vertraglichen Regelungen mit dem Arbeitgeber sein.

Zusätzliche private Altersvorsorge

Auch schon am Anfang des Berufslebens lohnt es sich, sich mit privater Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Die goldene Regel hierbei lautet: Je früher, desto besser. Lohnenswert vor allem für junge Menschen ist der Abschluss einer Riester-Rente. Als gesetzlich Rentenversicherte kommen Azubis auch in den Genuss der staatlichen Förderzuschüsse. Und obendrein erhalten unter 25jährige einen einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro vom Staat dazu. Ebenfalls sehr ratsam, vor allem damit in jungen Jahren zu starten, ist eine fondsgebundene Altersvorsorge. Wer hierbei klug und vorausschauend wählt, kann sich gutes Polster für den Lebensabend schaffen.

Private Unfallversicherung

Wer einem riskanten Hobby nachgeht, der sollte eine private Unfallversicherung abschließen – egal in welchem Alter. Besonders aber bei jungen Menschen kann ein privater Unfall mit bleibenden Folgen finanziell ins Fiasko führen. Denn diese sind nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Also gilt: ganz gleich ob Paragliding, Basejumping oder auch einfach nur ganz normaler Fuß-, Basket- oder Volleyball – Unfälle auch mit schwerwiegenden Folgen können überall passieren. Daher besser vorbeugen.

Eigene Wohnung? Hausratversicherung!

Mit der Ausbildung geht es auch in die eigenen vier Wände? Dann ist zu einer eigenen Hausratversicherung zu raten. Dabei werden in aller Regel Hausratsgegenstände gegen Einbruch respektive Diebstahl versichert, beziehungsweise das Hab und Gut gegen Schäden durch Feuer, Sturm oder Wasserschaden. 

Fazit: Eine gründliche Beratung ist in jedem Fall für Starter ins Berufsleben zu empfehlen.

Titelbild: © Robert Kneschke/ stock.adobe.com

Teilen Sie diesen Beitrag:

Sie haben einen Fehler gefunden? Unsere Redaktion freut sich über einen Hinweis.

NewFinance Redaktion
NewFinance Redaktionhttps://www.newfinance.de
Hier bloggt die Redaktion der NewFinance zu allgemeinen und speziellen Themen rund um die Beratung in Sachen Versicherung, Finanzen und Vorsorge aber auch zu Unternehmensthemen der WWK. Wir wünschen eine spannende und unterhaltende Lektüre!

Mehr vom Autor

Public Value Promoter Score: Wie Unternehmen ihren Beitrag zum Gemeinwohl messen können

Der Public Value Promoter Score ermöglicht es Unternehmen, ihren wahrgenommenen Gemeinwohlbeitrag zu messen und daraus wertvolle Handlungsoptionen abzuleiten. Wir erklären, wie der Public Value Promoter Score funktioniert.

Können KI und Technik Personal im Vermittlervertrieb ersetzen?

Die KI als bester Mitarbeiter auf der einen, Fachkräftemangel auf der anderen Seite: Ist die Technik heute und in Zukunft in der Lage, Mitarbeiter zu ersetzen?

Geldwäschegesetz und Maklerpflichten: Das kann teuer werden!

Versicherungsmakler und Vertreter fallen unter das Geldwäschegesetz. Damit sind sie verpflichtet, die zur Bekämpfung von Geldwäsche erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Aber was genau heißt das in der Praxis?

Standpunkt

"In unserem Interview- und Podcast-Kanal sprechen wir über das, was ein Kollektiv und eine starke Gemeinschaft ausmacht. Mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche, mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Spitzensport. Herzlich Willkommen und viel Freude beim Lesen und Zuhören."

Thomas Heß
Bereichsleiter Marketing & Organisationsdirektor Partnervertrieb der WWK

Thomas Heß und Ruven Simon: „bAV – digital und individuell.“

Im WWK Standpunkt-Podcast erklären Thomas Heß und Ruven Simon, welchen Weg die WWK im Bereich Digitalisierung und bAV in Zukunft geht.

Thomas Heß und Ruven Simon: „Wir simplifizieren die bAV!“

Im WWK Standpunkt-Podcast erklären Thomas Heß und Ruven Simon, wie die Marktsituation bei der bAV aussieht und welche Ziele die WWK verfolgt.

Wissenswertes von der starken Gemeinschaft

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Aktuell

Public Value Promoter Score: Wie Unternehmen ihren Beitrag zum Gemeinwohl messen können

Der Public Value Promoter Score ermöglicht es Unternehmen, ihren wahrgenommenen Gemeinwohlbeitrag zu messen und daraus wertvolle Handlungsoptionen abzuleiten. Wir erklären, wie der Public Value Promoter Score funktioniert.

Können KI und Technik Personal im Vermittlervertrieb ersetzen?

Die KI als bester Mitarbeiter auf der einen, Fachkräftemangel auf der anderen Seite: Ist die Technik heute und in Zukunft in der Lage, Mitarbeiter zu ersetzen?

Geldwäschegesetz und Maklerpflichten: Das kann teuer werden!

Versicherungsmakler und Vertreter fallen unter das Geldwäschegesetz. Damit sind sie verpflichtet, die zur Bekämpfung von Geldwäsche erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Aber was genau heißt das in der Praxis?