Positive Leadership: Die Kunst der motivierenden Führung

Für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist eine effektive Führung von entscheidender Bedeutung. Doch was macht eine erfolgreiche Team-Leitung aus? Der Schlüssel auf diese Antwort liegt zunehmend in der Umsetzung von „Positive Leadership“. Ein Ansatz, der offenbar nicht nur zu einer geringeren Fluktuation und weniger Krankenständen führt, sondern auch die allgemeine Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter steigert.

Was ist Positive Leadership?

Werfen wir zunächst einen Blick auf den Begriff: Positive Leadership. Im Gegensatz zu den klassischen Führungsstilen, handelt es sich hier um einen ganzheitlichen Ansatz der Führung, der darauf abzielt, die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter in den Mittelpunkt zu stellen, indem er ihnen größtmöglichen Handlungsspielraum ermöglicht. Ursprünglich aus der positiven Psychologie abgeleitet, konzentriert sich Positive Leadership darauf, Emotionen zu fördern, die am Arbeitsplatz nachweislich zu einer höheren Arbeitszufriedenheit führen. Dabei liegt der Fokus auf drei Hauptbereichen:

  • Den positiven Emotionen der Mitarbeiter.
  • Dem wertschätzenden Interesse der Führungskräfte an ihren Mitarbeitern.
  • Den positiven Eigenschaften der Führungskräfte selbst.

Win Win für beide Seiten

Positive Leadership beruht auf Geben und Nehmen. So ist das Modell für Arbeitgeber ebenso von Vorteil, wie für die Mitarbeiter selbst. Ein Arbeitsumfeld, das von positiven Emotionen, resultierend aus Wertschätzung und unterstützender Führung geprägt ist, trägt wesentlich zum Wohlbefinden und zur Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter bei.

Konkret bedeutet das: Wenn Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen und in einem Umfeld arbeiten, das ihre persönlichen Stärken und Fähigkeiten fördert, sind sie motivierter, engagierter und leistungsfähiger. Positive Leadership schafft ein Gefühl von Sinnhaftigkeit in der Arbeit. Studien zufolge ein entscheidender Aspekt, langfristiger Mitarbeiterbindung. Zudem stärkt die Führungsmethode das Selbstwertgefühl der Mitarbeiter, was wiederum zu einer höheren Lebenszufriedenheit führen kann. Kurz gesagt:

Positive Leadership trägt dazu bei, dass Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen, sich mit ihrem Unternehmen identifizieren und ihr Bestes geben.

Arbeitgeberattraktivität durch Positive Leadership

Aus Arbeitgebersicht lohnt es sich allemal, Positive Leadership ins Unternehmen zu integrieren. Eine geringere Fluktuation bedeutet für Arbeitgeber nicht nur Einsparungen bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter, sondern auch eine stabilere und kontinuierliche Arbeitsleistung im Team. Das führt wiederum zu einer höheren Arbeitskontinuität sowie einem gesünderen Arbeitsklima. Darüber hinaus trägt Positive Leadership dazu bei, das Image des Unternehmens zu stärken und es als attraktiven Arbeitgeber auf dem Markt zu positionieren, was wiederum die Rekrutierung und Bindung von qualifizierten Fachkräften erleichtert. Grundpfeiler für Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Positive Leadership in drei Akten

Die Umsetzung der Führungsmethode erfolgt in drei Stufen. Sie sind so gestaltet, dass sowohl der Einzelne, als auch das große Ganze im Fokus steht. Es geht dabei immer darum, den Mitarbeitern größtmöglichen Handlungsspielraum zu gewähren.

  • Individuelle Ebene: Auf dieser Ebene geht es darum, ein positives Arbeitsklima zu schaffen und die Produktivität durch klare Kommunikation, Motivation und Zuversicht zu steigern.
  • Team-Ebene: Positive Leadership fördert Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft innerhalb des Teams, indem es ein Klima der Zusammengehörigkeit und Unterstützung schafft.
  • Organisations-Ebene: Langfristig soll Positive Leadership zum Unternehmensgeist werden, der sich in allen Bereichen und Abteilungen manifestiert und bereits bei Neueinstellungen berücksichtigt wird.

Positive Leadership mit dem PERMA-Lead-Modell

Und wie funktioniert die praktische Umsetzung von Positive Leadership? Das zeigt sich am PERMA-Lead-Modell von Martin Seligman. Anhand von fünf Elementen des Wohlbefindens definiert es einen Leitfaden, der sich auf die Führungsebene übertragen lässt. Es setzt sich wie folgt zusammen:

P: Positive Emotions (positive Gefühle)

E: Engagement (Engagement)

R: Positive Relationships (positive Beziehungen)

M: Meaning (Bedeutung/Sinn)

A: Accomplishment (Zielerreichung)

Erfolgsrezept ja, aber nicht für jeden

Wird nun also jeder Dank Positive Leadership zum beruflichen Überflieger? Leider nicht. Wie auch bei anderen Führungsmodellen muss das Konzept zur jeweiligen Person oder auch dem ausführenden Unternehmen passen. Um Positive Leadership erfolgreich zu implementieren ist es wichtig, dass Mitarbeiter über die folgenden Soft-Skills verfügen:

Selbstvertrauen, Optimismus, Ausgeglichenheit und Resilienz.

Denn: Während Positive Leadership bei einigen Mitarbeitern durch viel Freiraum zu einer höheren Jobzufriedenheit, Motivation und Produktivität führt, kann es bei manchen auch zu Unklarheiten bei den Zuständigkeiten und einer höheren Belastung der Führungskräfte führen. „One Size fits all“ gilt daher auch hier nicht.

Titelbild: © Drazen/stock.adobe.com

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