Bits und Bytes in Geiselhaft: Cyber-Sicherheit für das Büro

Cyber-Kriminelle verursachen laut BKA immer höhere Schäden. Für Vermittler kann ein Cyber-Angriff nicht nur teuer werden, sondern auch schwere Reputationsschäden verursachen. Umso wichtiger ist eine ausgeklügelte Cyber-Sicherheit im Büro. Unternehmen und Privatpersonen müssen sich im Zuge der Digitalisierung ebenfalls neuen Herausforderungen stellen.

Risiken für die Cyber-Sicherheit

Zuerst aber stellt sich die Frage: Welche Gefahren lauern überhaupt im Netz? Zu den häufigsten Gefahren gehören:

  • Malware beschädigt den Computer mehr oder weniger offensichtlich. Sie kann sich unentdeckt vervielfältigen oder den Computer direkt technisch beeinträchtigen.
  • Eng damit verknüpft ist sogenannte Ransomware. Hier geht es darum, dass Cyber-Kriminelle sich Zugriff auf einen Unternehmensserver verschaffen und die sensiblen Daten verschlüsseln. Dann fordern sie ein Lösegeld, um die Daten wieder freizugeben.
  • Phishing sorgt durch verschiedene Methoden dafür, dass Opfer ihre persönlichen Daten preisgeben, um zum Beispiel den Zugang zu firmeninternen Servern zu ermöglichen.

Folgen von Cyber-Angriffen

Ein Cyber-Angriff zieht dabei gleich mehrere schwere Konsequenzen nach sich. Das Bundeskriminalamt warnt davor, dass sie Wirtschaftsunternehmen in ihrer Existenz bedrohen können. Bei einem Ransomware-Angriff zum Beispiel kommt es zunächst einmal zu Ausfallzeiten und Datenverlust, da die wichtigen Unternehmensdaten teilweise verschlüsselt sind. Dann gehören finanzielle Verluste dazu, wenn etwa der Vermittler sich dazu entscheidet, das Lösegeld zu bezahlen. Dasselbe gilt, wenn Cyber-Angreifer sich Zugang zu Konten wie etwa dem Amazon-Account verschaffen.
Im weiteren Verlauf, vor allem dann, wenn auch Kundendaten abgegriffen wurden, müssen Betroffene ihre Kunden über den Cyber-Angriff aufklären. Das wiederum kann zu einem Reputationsverlust führen – und grundsätzlich auch zu psychischer Belastung beim Opfer.

Passwortsicherheit

Die Grundlage der digitalen Sicherheit ist oftmals das Passwort. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verfügen viele Hacker über Werkzeuge, die „ganze Wörterbücher einschließlich gängiger Kombinationen aus Worten und angefügten Zahlen testen oder einmal im Internet veröffentlichte Zugangsdaten bei allen möglichen Diensten durchprobieren“. Je ausgeklügelter das Passwort ist, umso länger brauchen diese Tools – kurzum, umso sicherer ist der eigene Zugang.

Hierfür gibt das BSI mehrere Tipps:

  • Das Passwort sollte aus Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen bestehen.
  • Diese sollten möglichst zufällig verteilt sein. Einfache Wort- oder Zahlenfolgen wie asdfg oder 1234567 sind keine starken Passwörter.
  • Das Passwort sollte gut zu merken sein. Eine Methode dafür sieht so aus: Sie denken sich einen Satz aus mindestens vier Wörtern aus und ersetzen, soweit möglich, Buchstaben durch Zahlen. Der Satz „Singing in the rain“ wird so etwa zu „S1ng1ng1nth3R4in#“. Laut dem Kaspersky-Passwortchecker bräuchten Hacker mehrere Jahrhunderte, um ein solches Passwort zu knacken.
  • Bei Verschlüsselungsverfahren für WLAN sollte das Passwort mindestens 20 Zeichen lang sein.
  • Nutzer digitaler Tools und Plattformen sollten ihre Passwörter regelmäßig wechseln.

Mehrere Schritte zum Login

Eine Facette der Passwortsicherheit ist die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dabei handelt es sich um zusätzliche Schritte, die beim Zugang in Online-Konten erfolgen müssen, etwa das Anklicken eines eigens dafür versandten Links, ein Fingerabdruck-Scan oder ein speziell generierter Code. Anwender sollten unterschiedliche dieser Maßnahmen verwenden, um plattformübergreifend sicherer aufgestellt zu sein. Das kann etwa per App passieren – entsprechende Lösungen gibt es für jedes Smartphone.

Netzwerksicherheit stärken

Hier geht es vorrangig um die digitalen Werkzeuge, die Makler nutzen können, um sich vor Cyber-Bedrohungen zu schützen. Firewalls sollten den Router und die einzelnen Geräte im Unternehmen schützen, unterstützt von Antivirensoftware. Dabei sollten Makler nicht vergessen, sowohl diese Tools als auch die Betriebssysteme ihrer Computer und anderen Geräte regelmäßig zu aktualisieren. Oftmals stecken auch in einfachen Updates kleine Verbesserungen der Sicherheitstechnik.

Verschlüsselung

Zu diesen Tools gehören auch sogenannte VPN-Tunnel. Diese geben dem Makler beim Browsen im Internet durch Verschlüsselung einen zusätzlichen Schutz. Starke VPN-Dienste haben durchaus ihren Preis, verhindern dafür aber unter Umständen erhebliche digitale Schäden. Verschlüsselung kann auch bei gesonderten Servern ein Thema sein, die zum Beispiel für die Lagerung besonders sensibler Daten aufgestellt sind. Wer seine Daten verschlüsselt, verhindert, dass Cyber-Angreifer etwas damit anfangen können, selbst wenn ein Hack oder Datendiebstahl erfolgreich ist.

Cyber-Sicherheit für Vermittler

Für Vermittler sind Schritte zur umfassenden Absicherung ihrer digitalen Infrastruktur besonders wichtig. Sie müssen sowohl die vielen sensiblen Kundendaten schützen als auch ihre eigenen, außerdem ihren Ruf und ihren langfristigen Erfolg in der digitalen Landschaft. Indem sie wachsam bleiben, stets die aktuellsten Systeme und Sicherheitspraktiken nutzen und in die Schulung ihrer Mitarbeiter investieren, können Makler ihre Cyber-Sicherheit deutlich stärken.

Titelbild: © nenetus / stock.adobe.com

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