Brainstorming mit Köpfchen

Eine kreative Sackgasse, es fehlt ein neues Produkt oder ganz einfach die zündende Idee in der Forschung – Gründe für ein effektives Brainstorming gibt es viele. Doch woher kommt Brainstorming eigentlich? Und wie funktioniert es?

Das Meeting-Problem

Seinen Ursprung hat das Brainstorming im Jahr 1939. Es geht auf den US-amerikanischen Autor und Werbefachmann Alex Faickney Osborn zurück. Osborn fühlte sich im Laufe der Jahre von Meetings gebremst und war schon bald der Ansicht, dass sie die Kreativität der Mitarbeiter eher ersticken als fördern. Darum stellte er mehrere Regeln für die Ideenfindung auf:

  • Übe keine Kritik!
  • Je mehr Ideen, desto besser!
  • Ergänze und verbessere bereits vorhandene Ideen!
  • Je ungewöhnlicher die Idee, desto besser!

Heutzutage findet Brainstorming überall auf der Welt Anwendung.

Was ist Brainstorming?

Konkret handelt es sich beim Brainstorming um einen Ansatz, mit dem eine Person oder ein Team ein Problem zu lösen versucht. Oder aber die Verbesserung eines Unternehmens, Produkts oder einer Strategie anstrebt. Die Idee dahinter: Durch eine größere Ideenvielfalt versprechen sich die Anwender einen effektiveren Prozess des Problemlösens.

Erfolg beim Brainstorming

Die gute Nachricht dabei ist: Brainstorming ist nicht sonderlich komplex. Auch Menschen, die vielleicht noch nie davon gehört haben, können es anwenden. Vor dem Brainstorming sind vor allem vier Faktoren wichtig, die über Misserfolg und Erfolg entscheiden können.

Die Gruppengröße: Die Gruppe muss einerseits groß genug sein, um eine Ideenvielfalt zu gewähren, andererseits müssen die Teilnehmer bequem miteinander sprechen können. Eine zu große Gruppe erschwert tendenziell die Kommunikation.

Die Leitung: Für die Leitung ist Neutralität wichtig. Sie muss die Spielregeln durchsetzen und kurz in das Thema einführen. Gleichzeitig aber darf sie nicht allzu sehr „lenken“ oder zulassen, dass die Gruppe sich zu weit vom Thema entfernt.

Der Protokollführer: Dieser kann neutral sein oder aber sich aktiv am Geschehen beteiligen. Wichtig ist, dass er den Fortschritt festhält und den erreichten Stand nachvollziehbar notiert.

Der Zeitpunkt: Alle Teilnehmer des Brainstormings sollten auf der Höhe ihrer Fähigkeiten sein. Hierzu gibt es viele verschiedene Zeitangaben: Generell eignet sich jedoch die Zeit vor dem Mittag für Meetings, da hier generell viele Deutsche noch frisch sind.

Ablauf

Bei der Vorbereitung fällt dem Initiator des Brainstormings die Aufgabe zu, alle benötigten Materialien bereitzustellen. Außerdem muss er das Thema klar umreißen und eventuell visualisieren. Und zuletzt muss ein Leiter her, der die Moderation des Meetings übernimmt.
Grundsätzlich findet Brainstorming in zwei Phasen statt:

Ideenfindung

Im ersten Teil geht es um das, was wir uns generell als Brainstorming vorstellen. Alle Teilnehmer teilen ihre Ideen mit und sammeln sie. Die Organisierungs-Plattform Asana rät dazu, diesen Abschnitt etwa eine Stunde lang andauern zu lassen – Alex Osborn dagegen hat keine exakte zeitliche Regel niedergeschrieben.

Bewertung

Anschließend folgt dann eine Bewertung der gesammelten Ideen. Damit das Brainstorming einen erfolgreichen Abschluss findet, ist es hier das Ziel, sich für eine Idee zu entscheiden.

Tipps für das Brainstorming

Sollte der Chef oder ein Vorgesetzter beim Brainstorming dabei sein, ist es wichtig, dass er erst zum Schluss zu Wort kommt. Mitarbeiter widersprechen dem Chef nur ungern, und falls er seine Ideen gleich zu Beginn preisgibt, könnte das den kreativen Prozess behindern. Dasselbe gilt für ein Brainstorming in der Schule, wenn der Lehrer quasi den „Ton angibt“ – Schüler schießen sich allzu schnell auf das Thema ein.

Brainstorming mit Disney

Hierbei handelt es sich um eine Abwandlung des klassischen Brainstormings, laut T3n geprägt von den Walt Disney Studios. Die Teilnehmer „brainstormen“ in drei Gruppen: Träumer, Realisten und Kritiker. Die Namen sind dabei Programm. Während die Träumer Ideengrundlagen und Kreatives einbringen, müssen die Realisten dies in machbare Praxis umsetzen. Die Kritiker nehmen das Ganze dann am Ende auseinander und machen daraus echten Fortschritt.

Titelbild: ©araelf/ stock.adobe.com

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Lars Nievelstein
Lars Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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