Finanzplanung? Brauche ich nicht!

Es ist paradox: Sieben von zehn Menschen in Deutschland machen sich aktuell Sorgen um die Wirtschaftslage und die Inflation. Gleichzeitig bemühen sich nur 19 Prozent um eine bewusste Finanzplanung. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage einer Versicherung in Zusammenarbeit mit dem digitalen Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Civey hervor. Die Befragung von 2.500 Menschen im Januar 2023 ergab, dass 81 Prozent der Befragten keinen Finanzplan für 2023 aufgestellt haben.

Mehr Geld mit der „Familien-GmbH“

Schade eigentlich, denn ein solcher Finanzplan kann dabei helfen, die finanziellen Mittel besser einzusetzen und tatsächlich mehr aus seinem Geld zu machen. Die Folge: Das Konto kommt nicht mehr in die schwarzen Zahlen.

Grundlage für ein Plus in der Kasse ist der Blick auf erfolgreiche Unternehmen, den Vermittler im wahrsten Sinne des Wortes vermitteln können. Nutzen die Kunden die folgenden Tricks, können sie das „Familienunternehmen“ finanziell erfolgreich führen und der Vermittler positioniert sich einmal mehr als Finanzprofi, der finanzielle Ressourcen schafft.

Trick 1: Effektives Geld-Management

Viele Kunden wundern sich: Sie haben 55.000 Euro Familieneinkommen netto im Jahr, und „auf dem Papier“ müsste das Geld reichen, wenn man Kosten und Einnahmen gegenrechnet. Aber das Konto ist trotzdem immer wieder im Minus. Warum?

Als Vermittler lohnt es sich, einmal das Geld-Management zu hinterfragen. Denn kein erfolgreiches Unternehmen vergisst, die Finanzen über das ganze Wirtschaftsjahr im Blick zu behalten, um zum Beispiel Umsatzschwächen im Sommer mit Rücklagen aus umsatzstarken Monaten auszugleichen. Heißt für den Kunden: 55.000 Euro im Jahr sind nicht 4.583 Euro im Monat, weil es Sonderzahlungen im Mai und November gibt. 1.500 Euro Versicherungskosten im Jahr sind nicht 125 Euro im Monat, weil man fast alle Versicherungskosten im Januar zahlen muss. Und die Kosten für Energie fallen regelmäßig an – aber dann vergessen viele die Nachzahlungen, die gerade jetzt ein echter Brocken sind.

Die Lösung für den Kunden: Finanzen sollten immer wie von einem Unternehmen über einen Zeitraum von zwölf Monaten geplant werden. Aus allen Einnahmen und Ausgaben erstellen Kunden eine Übersicht, in welchen Monaten sie einen Verlust machen und wann sie einen Überschuss erzielen. In diesen Überschuss-Monaten legen die Kunden konsequent Geld beiseite, mit dem sie die Verluste in den anderen Monaten ausgleichen können. Wer seinen Kunden einen Finanzplan so erklärt, der wird die Bereitschaft erhöhen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Trick 2: Rücklagen bilden

Eine kaputte Waschmaschine, ein defektes Auto oder eine streikende Heizung sind in manchen Familien der finanzielle Super-GAU; Geld für Ersatz oder Reparatur haben sie nicht zurückgelegt. Im schlimmsten Fall ist ein teurer Kredit erforderlich, um Ersatz zu beschaffen. Dieser verkürzt jeden Monat den finanziellen Spielraum, sodass wieder kein Geld zum Sparen übrig ist, um in Zukunft solche notwendigen Anschaffungen zu finanzieren. Ein Teufelskreis!

Die Lösung für den Kunden: Unternehmen schreiben ihre Investitionen über die Jahre ab und bilden gleichzeitig Rücklagen, um nach der Abschreibungsdauer neue Maschinen kaufen zu können. So wissen die Firmen, wann die Maschine neu gekauft werden muss und haben gleichzeitig zumindest einen Teil der Kosten für diese Anschaffung bereits angespart.

Warum machen die Kunden es in Zukunft nicht genauso? Alle hochwertigeren Güter im Haushalt erfassen sie einmal – mit Anschaffungspreis und Anschaffungsdatum. Die nächste Frage lautet: Wie lange halten die Geräte noch und wie teuer wäre eine Neuanschaffung? So weiß man für jedes einzelne Gerät, wann man es voraussichtlich ersetzen und wie viel Geld man dann in die Hand nehmen muss. Außerdem weiß der Kunde dann, was er in etwa sparen muss, um das Geld dann zu haben, wenn er es voraussichtlich benötigt.

Trick 3: Ideenmanagement für meine Kunden

Derzeit erleben wir es alle in einem uns bisher kaum bekannten Maß: Die Kosten steigen und steigen Monat für Monat. Energie wird teurer, Lebensmittelpreise steigen, viele Alltäglichkeiten gehen im Preis nach oben und manchmal sogar durch die Decke. Allerdings bleibt das Einkommen leider stabil oder sinkt sogar, weil Bonuszahlungen wegfallen oder geringer ausfallen. Vermittler sehen in solchen Situationen natürlich auch ihre Position gefährdet, weil Versicherungen schnell auf der Streichliste landen.

Die Lösung für den Kunden: In vielen Unternehmen ist das Ideenmanagement mittlerweile ein wichtiger Bestandteil von Sparprogrammen. Die eigenen Angestellten können dabei Vorschläge unterbreiten, mit denen die Firmen Kosten sparen, und bekommen dafür eine Prämie. Warum nutzen Vermittler nicht einmal dieses Potenzial und geben als „Ideenmanager“ den Kunden Spartipps weiter? Diese lassen sich leicht im Internet recherchieren und etwa regelmäßig per Mail an die Kunden verschicken.

Trick 4: Controlling ist der Schlüssel zum Erfolg

Einen Finanzplan aufzustellen, ist das eine. Sich daran zu halten, ist etwas ganz anderes. Selbst bei motivierten Kunden schleicht sich nicht selten nach kurzer Zeit der Geld-Schlendrian ein und alle guten Vorsätze sind ebenso vergessen wie die Finanzplanung. Und schon ist nach einigen Monaten wieder das alte Minus auf dem Konto zurückgekehrt.

Die Lösung für den Kunden: Man kann dem Kunden vorschlagen, bereits beim Erstellen des Finanzplanes für die „Familien-GmbH“ Termine festzulegen, an denen der Finanzplan auch kontrolliert wird. Die Kunden können dann nachjustieren und Vermittler können solche Termine sogar nutzen, um im Rahmen des Jahresgesprächs beratend zur Seite zu stehen.

Titelbild: © Friends Stock / stock.adobe.com

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