Fußball und NFT: „Erst Doing, dann Learning“

Wir machen erst Doing, dann Learning, und dann entwickeln wir uns weiter, sagt Jupp Lee, Leiter der Unternehmensentwicklung beim VfL Wolfsburg. Worüber er spricht? Non-Fungible Tokens, kurz: NFTs. Die neuen Trendanlagen erobern inzwischen auch den Sportmarkt und könnten gerade im fußballerischen Umfeld bisherige Rekordgewinne pulverisieren.

Wie funktionieren NFTs

NFTs sind zwar als derzeitiger Top-Trend erst vor kurzem durch die Decke gegangen, erfunden wurden sie allerdings schon 2017, wobei die älteste Form „CryptoPunks“ waren. Dabei handelt es sich – wie auch bei den heutigen NFTs – um Echtheitszertifikate digitaler Sammlerstücke, deren Verfügbarkeit bewusst limitiert wird.

Um sicherzustellen, dass im NFT-Geschäft nicht betrogen, kopiert und gefälscht wird, setzen die Verkäufer, beziehungsweise Aktionäre, die sogenannte Blockchain-Technologie ein. Sie gewährleistet, dass die digitalen Dateien nicht verändert werden können, indem die Ursprungsdateien dauerhaft in einer Metadatei gespeichert sind. Jeder Käufer kann so eindeutig zugeordnet werden, was die jeweilige Exklusivität der Sammlerstücke garantiert.

Nur noch große Haie

Nun ist es selbst für den Normalbürger, ja selbst für Nicht-Fußball Fans, kein Geheimnis, dass es sich bei der Sport- und insbesondere der Fußballindustrie durchaus um eine lukrative Branche handelt. Dem Spiegel zufolge belief sich der Ertrag aus Merchandiseartikeln für die Fußballbundesliga zuletzt auf 184 Millionen Euro. Die Panini Sammelbilder – wer kennt sie nicht? – brachten dem italienischen Hersteller im WM-Jahr 2018 rund eine Milliarde Euro ein.

Für Aufkleber wohlgemerkt. Mit NFTs ergeben sich nun nochmal neue Dimensionen, von denen Spieler wie Vereine gleichermaßen profitieren könnten. Deutlich wird das am Beispiel der NBA: Alleine im Februar erwirtschafteten die Verkäufe von NFTs der Basketball-Profiliga rund 224 Millionen US-Dollar. Um den Trend nicht zu verpassen, kooperieren fußballerisch bereits spanische, wie auch deutsche Top Ligen mit entsprechenden Onlineplattformen. Darunter beispielsweise der Anbieter Sorare, welcher auf etwa vier Milliarden Euro geschätzt wird. Gehandelt wird beispielsweise mit Autogrammkarten der Top-Stars wie Lionel Messi. Der Reiz am Handel: Je nach sportlicher Leistung in der realen Welt, kann der Preis variieren. Auch die Autogrammkarten der Stars des FC Augsburg, gesponsert durch die WWK, sind auf den Tradingplattformen zu finden. Wer sie erwerben will, kann das beispielsweise auf der Website NFTTrade tun.

NFT und der Fußball: Eine rosige Zukunft?

Auch die Zielgruppe ist klar gefasst: Die Generation Smartphone. Um diese besonders leicht zu erreichen, werden Vereine kreativ. So auch der 15-malige Schweizer Fußballmeister, Young Boys aus Bern. Er vertreibt die NFTs direkt über die Vereins-Website. So müssen sich Interessenten nicht erst ein Konto für Kryptowährung erstellen. Das Konzept macht sich offenbar bezahlt. Die 1.500 Autogrammkarten, mit denen der Verein im November startete, waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Im Gegensatz zum Transfermarkt der Fußballspieler sollten sich NFT-Händler der Liga allerdings strikt an Preislimits halten. Das äußert der Münchner Rechtsanwalt und Volkswirt Joseph Fesenmair gegenüber dem Spiegel. Denn: Würden die Preise zu hoch, so könnten Anbieter die Zahl der Autogrammkarten erhöhen. Er sieht das größte Potential des Marktes aber vor allem in der Verknüpfung aus Fanliebe und der digitalen Vermarktung der Trendanlage.

Titelbild: © BullRun/adobe.stock.com

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Stephanie Gasteiger
Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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