Börse, Beton und Barrels

Welche Investments sind gerade im Trend? Welche könnten 2022 groß rauskommen? Wir werfen einen Blick auf aktuelle Investment-Trends.

Deutsche Börsenlust 

Seit der Dotcom-Blase galten die Deutschen lange Zeit als misstrauisch, was Aktieninvestments angeht. Mittlerweile scheint sich der Trend wieder in die andere Richtung zu bewegen. Wie Zahlen des Deutschen Aktieninstituts zeigen, sind vor allem Aktienfonds derzeit beliebt. Während im Jahr 1998 knapp 2,3 Millionen Deutsche Anteile an Aktienfonds besaßen, waren es zwanzig Jahre später 5,8 Millionen Anleger. Der Anteil derer, die zugleich sowohl Aktienfonds als auch Aktien besaßen, wuchs von einer Million auf zwei Millionen. Dagegen aber ist die Gruppe der „Aktien Only“-Anleger um 30 Prozent geschrumpft. 

Quelle: Statista

Fondsgebundene Rentenversicherungen

Dazu gehören auch fondsgebundene Rentenversicherungen. Aktuellen Zahlen des Gesamtverbunds der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge haben diese derzeit starke Wachstumsraten zu verzeichnen. Policen gegen laufenden Beitrag sind dabei besonders gefragt (280.000 Fondsrenten, plus 40,3 Prozent), dahinter folgen neue fondsgebundene Rentenversicherungen gegen Einmalbetrag, deren Zahl sich auf 37.400 mehr als verdoppelte. Insgesamt gebe es derzeit knapp 4,3 Millionen fondsgebundene Rentenversicherungen. Weitere Informationen dazu stellt der GDV bereit.

Betongold

Einer Umfrage der Markt-Media-Studie VuMA zufolge besitzen 22,9 Prozent aller Deutschen Immobilien-Investments. AssCompact zufolge gehören Immobilien zu den „Gewinnern“ der Corona-Pandemie. „Die Corona-Pandemie hat für einen neuen Interessensschub bei Immobilienanlagen gesorgt“, zitiert AssCompact Sebastian Zehner, Leiter Research bei Wealthcap. Das „Betongold“ bietet den Anlegern Sicherheit und Eigentum, weswegen es in Sachen Anlage eine Art Evergreen geworden ist.

Virtuelle Immobilien

Ein neuerer Trend dagegen sind Grundstücke in der virtuellen Welt. Science-Fiction? Keineswegs. Bereits jetzt gibt es Online-Welten (auch: Metaversen) wie Decentraland, die über eine eigene Wirtschaft, Währung und soziale Events verfügen. Immer mehr Investoren wenden sich diesen Welten zu und sichern sich ihr virtuelles Land. Jeder, der einen Web-Browser hat, kann zugreifen. Allerdings ist hier Tempo angesagt. Wie Bloomberg berichtet, hat sich der Preis für digitale Grundstücke von 2020 bis zum März 2021 mehr als verdreifacht. Aktuell macht zudem die digitale Welt „Metaverse“ von Facebook Schlagzeilen.

Private Equity

Private-Equity-Fonds sind keinesfalls eine „neue“ Anlageklasse. Sie existieren seit Jahrzehnten und gehören zu den renditestärksten Anlageklassen überhaupt. Dem Investment zufolge konnten Private-Equity-Fonds in den Jahren 1984 und 2008 den amerikanischen S&P-Index im Schnitt mit drei Prozent pro Jahr übertreffen. Allerdings sind diese Fonds nicht eben leicht zugänglich. Lange Wartelisten potenzieller Investoren und bislang hohe Einstiegsummen im siebenstelligen Bereich erschweren dem durchschnittlichen Anleger sein Investment. Wie GeVestor berichtet, gibt es mittlerweile auch erschwinglichere Varianten ab 100.000 Euro Investment, doch hier sei aufgrund intransparenter Angebote Vorsicht geboten.

Abseits der Banken

Der durchschnittliche Anleger kann in Deutschland keine einzelnen Hedgefonds erwerben, aber seitdem das Investmentmodernisierungsgesetz in Kraft getreten ist, ist der Kauf von „Dach-Hedgefonds“ möglich. Dach-Hedgefonds setzen sich aus einer Vielzahl anderer Fonds zusammen, was für eine Streuung des Risikos sorgt. Wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DWS) berichtet, soll diese Maßnahme Privatanleger vor den „speziellen Risiken“ dieser Anlageform schützen. Hedgefonds legen ebenfalls in Aktien an, setzen aber nicht nur auf einen steigenden Kurs oder eine regelmäßige Zinszahlung, sondern laut dem Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI) vor allem auf Marktunvollkommenheiten. Dementsprechend handelt es sich um spekulative Anlagen.

Zwischen Silber und schwarzem Gold

In Zeiten der Krise wenden sich Anleger, historisch betrachtet, oft bestimmten Rohstoffen zu, um Sicherheit zu erlangen. Besonders beliebt sind dabei Edelmetalle wie Silber und vor allem Gold. Grundsätzlich ist es mittels verschiedener Finanzprodukte möglich, in jeden Rohstoff zu investieren – oder in entsprechende Konzerne wie Bergbaufirmen oder Agrarbetriebe. Mittels Fonds, ETFs oder Zertifikathandel können Anleger Rohstoffe in ihr Portfolio aufnehmen und indirekt an der Preisentwicklung teilhaben. Der Unterschied zu anderen Börsen-Investments ist jedoch, dass Anleger die Rohstoffe auch einfach physisch erwerben und bei sich zu Hause lagern können. Dabei ist jedoch zu beachten, dass diese Lagerung je nach Rohstoff kostenintensiv sein kann und viel Platz braucht. Ein paar Goldbarren einzulagern ist dabei weniger ein Problem – wenn es jedoch um Dutzende Barrels Öl geht, könnte das schon schwieriger werden.

Titelbild: © NDABCREATIVITY /stock.adobe.com

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Lars Nievelstein
Lars Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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