Die Pioniere aus der Pop-Kultur: Inspiration Sci-Fi

Seit jeher erforschen Autoren und Filmemacher technische Unmöglichkeiten, um uns in Welten eintauchen zu lassen, die uns faszinieren und begeistern. Manchmal aber gelangen diese „unmöglichen“ Ideen in die richtigen Köpfe. Mit genug Zeit und technologischem Fortschritt werden daraus dann womöglich tatsächlich echte Erfindungen. Im Laufe der Geschichte ist das schon das eine ums andere Mal passiert – wir werfen einen Blick auf sieben Erfindungen, die von Science Fiction inspiriert wurden.

Trendsetter Captain Kirk

In der originalen „Star Trek“-Serie tauchten bereits vor Jahrzehnten kleine Geräte auf, die verdächtig an spätere „Flip Phones“ der Zweitausenderjahre erinnerten. Die Crewmitglieder konnten damit untereinander kommunizieren, solange sie zuerst den Deckel öffneten. Die gängige Annahme ist, dass diese Kommunikationsgeräte moderne Mobiltelefone inspiriert hätten. Das berichtet zum Beispiel Forbes noch im Jahr 2013. In einem Sceneworld-Interview von 2015 widerrief der Motorola-Mitarbeiter Martin Cooper, der als Erfinder des Flip-Phones gilt, diese Version. Heutzutage haben Mobiltelefone die Kommunikatoren aus Star Trek, was den Umfang ihrer Funktionen angeht, weit übertroffen. Sie sind nicht nur für Anrufe gedacht, sondern stellen für jeden Menschen so etwas wie eine kleine Kommandozentrale für sein tägliches Leben dar.

Mission Limbpossible

Nachdem Darth Vader dem Titelhelden der ursprünglichen „Star Wars“-Trilogie die Hand abschnitt, musste ein Ersatz her. Luke Skywalker bekam einen mechanischen Unterarm mitsamt Hand, mit dem er fortan seine Kämpfe bestritt. Mittlerweile rücken wir dieser Technologie immer näher. Moderne Prothesen können anhand von Muskelbewegungen in Arm- oder Beinstümpfen bereits erkennen, welche Geste ihr Besitzer durchführen will, und diese naturgetreu imitieren. Allerdings muss die Technologie noch ein wenig reifen, um die Agilität und Stärke „echter“ Gliedmaßen zu erreichen oder gar zu übertreffen.

Mitfahrer (nicht) gesucht

Ein Phänomen, das in vielen Science-Fiction Filmen und Serien auftaucht. Von „Night Rider“ über „Total Recall“ bis hin zurück zu „Star Wars“ sind selbstfahrende Vehikel erstaunlich oft zu finden. Kein Wunder, dass sich Fahrzeughersteller inspirieren lassen und versuchen, diese Fiktion zur Realität zu machen. Elon Musks „Tesla“-Fahrzeuge verfügen über einen Selbstfahrmodus, Google hat bereits Wagen getestet, die ganz ohne Fahrer auskommen sollen. Genau wie bei den Prothesen ist die Technik zwar bereits vorhanden, kann aber noch Verbesserungen vertragen. Im vergangenen Jahr berichtete der BBC beispielsweise von der Verurteilung eines Ersatzfahrers in einem selbstfahrenden Uber-Auto. Der Fahrer hatte sich die Serie „The Voice“ auf einem mobilen Gerät angesehen, während das Fahrzeug mit 63 Kilometern die Stunde eine Radfahrerin erfasste, welche daraufhin starb.

Von Scotty bis Siri

„Tastatur! Wie rückständig.“ Eine weitere Idee von „Star Trek“ ist der auf Sprachbefehle hörende Computer. Je nach Bedarf aktivierten Scotty oder Captain Kirk den Computer mit dem erstaunlich pragmatischen Sprachbefehl „Computer“ und fügten ihren Wunsch an, den die körperlose Stimme ihnen dann auch prompt erfüllte. Heute funktionieren „Amazon Echo“, „Siri“ und „Cortana“ ganz ähnlich. Sie können Internetseiten aufrufen und ablesen, Notizen erstellen, einfache Fragen beantworten und entwickeln sich seit Jahren stetig weiter. Künstliche Intelligenz ist seit jeher ein fester Bestandteil von Science Fiction. In Marvels „Iron Man“ ist es Tony Starks allzeit hilfreicher Begleiter „Jarvis“, in „Her“ das von Scarlett Johansson gesprochene „OS1“ und im Videospiel „Portal“ die Antagonistin GlaDOS.

https://youtube.com/watch?v=R5e1vfaST2I

Vernesweh macht erfinderisch

Eines vorweg: U-Boote existierten bereits vor Jules Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“. Allerdings waren diese vorrangig in Küstennähe unterwegs und mit der sagenhaften „Nautilus“ aus dem Roman nicht zu vergleichen. Der Roman regte jedoch Ingenieure und Erfinder an, die Technologie weiterzuentwickeln, und inspirierte letztendlich sogar den Namen des ersten nukleargetriebenen U-Boots der Welt. Die echte „Nautilus“ war zudem das erste U-Boot, das den Nordpol durchtauchte.

Tom A. Swift Electric Rifle

Im Jahr 1911 veröffentlichte das Stratemeyer Syndikat unter dem Pseudonym Victor Appleton den Roman „Tom Swift and His Electric Rifle“, in dem der Titelheld mit seiner Erfindung pure Elektrizität verschießen kann. Diese Geschosse machen den Gegner handlungsunfähig, ohne ihn zu verletzen. Wen das an moderne Taserwaffen erinnert, der liegt genau richtig. Der NASA-Ingenieur Jack Cover nahm diesen Roman als direkte Vorlage für sein Patent von 1974. Den Namen „Taser“ entlehnte er dem Titel des Romans.

Abtauchen ins Netz

Die „Matrix“-Trilogie, „Ready Player One“, „Total Recall“ – die Liste der Sci-Fi-Medien, die virtuelle Realitäten beschreiben, ist lang. Die Grundidee: Der Mensch verbindet sich mit einem Computer, sei es über ein Kabel, eine Brille oder eine Kapsel, und erlebt eine virtuell generierte Welt, mit der er mehr oder weniger professionell interagieren kann. In der Realität gibt es bereits seit Jahren VR-Brillen, die zum Beispiel im Gaming-Sektor Anwendung finden. Einfach aufsetzen, eintauchen und spielen. Bis sich diese Welten so real anfühlen wie die unsere, geht jedoch vermutlich noch einiges an Zeit ins Land. Übrigens: Viele Geräte verfügen bereits über „Augmented Reality“-Technologie, die im Grunde unsere Welt mit digitalen Elementen anreichert.

Titelbild: © luckybusiness /stock.adobe.com

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Lars Nievelstein
Lars Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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