„Das Gesamtpaket muss stimmen“: Was bei der Jobwahl zählt

55 Prozent mehr offene Stellen als im Vorjahr: Dieses Rekordergebnis verzeichnet die Stellenbörse Stepstone laut eigenen Angaben im März 2022. Längst ist der Fachkräftemangel in Deutschland zum Arbeitskräftemangel gewachsen. Den stärksten Anstieg an vakanten Stellen verzeichnet Stepstone im Personalwesen, in der Logistik, der Pflege und dem Handwerk. In solchen Zeiten kommt es für Arbeitgeber besonders darauf an, für Bewerber attraktiv zu sein – und zu bleiben. Die Höhe des Gehalts spielt dabei nicht mehr die größte Hauptrolle, wie aktuelle Studien zeigen.

Karriere, Mitbestimmung, Flexibilität und auch das liebe Geld

Eine Studie, die ebenfalls von Stepstone begleitet wurde, kam vor knapp zwei Jahren zu differenzierten Ergebnissen. Das Portal befragte rund 19.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu, was ihnen bei der beruflichen Tätigkeit am wichtigsten ist. Der Spitzenreiter war hier nach wie vor das Gehalt. Rund 96 Prozent legten großen Wert auf eine gute Bezahlung. Zugleich sagten rund 40 Prozent der Befragten, sie seien mit ihrer aktuellen Bezahlung nicht zufrieden. Außerdem im Trend: Aufstiegsoptionen und qualifizierte Weiterbildung. Rund 91 Prozent der Befragten wünschen sich von ihrem Arbeitgeber transparente Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Auf Platz zwei des Rankings: Flexible Arbeitszeitmodelle. Neun von zehn der Teilnehmer favorisieren etwa Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit oder Gleitzeit. Gleichauf damit wurde eine positive Unternehmenskultur genannt. Hierzu zählen laut Studie ehrliche Kommunikation, ein fairer Führungsstil und die Einbeziehung des Teams in Entscheidungsprozesse. Rund 89 Prozent der Befragten sagten außerdem, sie wollten in ihrer Arbeit einen Sinn erkennen und sehen, welchen Beitrag ihre Tätigkeit zum Gesamterfolg des Unternehmens hat.

Junge Arbeitnehmer wollen Work-Life-Balance, Sicherheit und Herausforderungen

In einer Befragung des Online-Dienstes Statista unter jüngeren Menschen aus dem Jahr 2014 zeigt ein anderes Bild. Hier waren Work-Life-Balance, Jobsicherheit und intellektuelle Herausforderung die Spitzenreiter, gefolgt von Personalverantwortung, Kreativität und Autonomie. Der Dienstanbieter Gowmotely kam in einer weiteren Studie 2020 zu dem Ergebnis, dass Homeoffice nach den Erfahrungen in der Corona-Pandemie für sehr viele Menschen zum Standard eines modernen Arbeitsplatzes dazugehört. So gaben rund 97 Prozent der befragten Teilnehmer an, sie würden sich wünschen, nach der Pandemie nicht in Vollzeit ins Büro zurückkehren zu müssen.

Besonderer Faktor: Die Mitarbeiter als Botschafter des Unternehmens

Neben den genannten Faktoren gibt einen wesentlichen Ausschlag auf die Berufswahl aber auch die Empfehlung durch bestehende Mitarbeiter eines Unternehmens. Diesen Aspekt betont Christiane Schneider, Bereichsleiterin Personal bei der WWK im Podcast-Interview: „Unsere Mitarbeiter sind die ersten und wichtigsten Markenbotschafter unseres Unternehmens“, so Schneider. „Wer könnte authentischer und ehrlicher über uns als Arbeitgeber berichten als unsere eigenen Mitarbeitenden?“

Zum positiven Erleben des Arbeitsumfelds gehört auch laut Schneider weit mehr als das Gehalt und Karriereoptionen: „Das Gesamtpaket muss stimmen“, berichtet sie. Dazu zählten insbesondere auch Angebote zur Work-Life-Balance, Homeoffice, gesunde Ernährung, Gesundheits- und Fitnessangebote.

Das komplette Interview gibt es hier auf der Tonspur:

Titelbild: © Rido/stock.adobe.com

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Dr. Rainer Demski
Dr. Rainer Demski
Dr. Rainer Demski studierte Geschichte, Germanistik, Literaturwissenschaft, Politologie und Sportwissenschaften an der Universität Kiel und ist Mitgründer und Chefredakteur der NewFinance Mediengesellschaft. Für die Redaktion des "collectiv" leitet der die redaktionelle Umsetzung gemeinsam mit Karin Fitzka und Stefanie Gasteiger.

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