Beim Geld fängt die Freundschaft an

Wer wurde nicht schon einmal gefragt, ob er einem Freund Geld leihen kann? Die meisten Gefragten fühlen sich dann in der moralischen Verpflichtung zu helfen, wenn sie es sich leisten können. Und man kennt sich ja schon lange, man vertraut sich und setzt darauf, dass der andere das geliehene Geld wie versprochen zurückzahlt.

Nach einer Umfrage der Postbank aus dem Jahr 2018 würden 57 Prozent der Männer einem Freund bedingungslos 500 Euro leihen, wenn er in einen finanziellen Engpass geraten ist. Von den Frauen wären nur 40 Prozent dazu bereit. Denn tatsächlich kann sich kaum jemand vorstellen, dass es Streit gibt um verliehenes Geld. Und dennoch zerbrechen Freundschaften nicht selten an Gelddingen. Deshalb sollten Verleihender und Leihender die folgenden vier Regeln beachten.

Regel 1: Ein Nein ist ein Nein ist ein Nein! 

Wer schon einmal schlechte Erfahrungen mit dem Verleihen von Geld gemacht hat und noch auf die 1.022,58 Euro wartet, die er 1999 als 2.000 Mark verliehen hat, der dürfte eher ablehnen, wenn jemand sich etwas von ihm leihen möchte. Solche Erfahrungen sollte man auch ruhig demjenigen mitteilen, der um Geld bittet. Denn Geld zu verleihen, ist auch unter guten Freunden keine Selbstverständlichkeit und setzt Vertrauen voraus. Und wenn dieses Vertrauen fehlt, dann akzeptieren Freunde das in der Regel auch. Dieses fehlende Vertrauen einem Freund vorzuwerfen, sollte erst recht zu keinem finanziellen Gefallen führen. Denn zu Freundschaft gehört neben Vertrauen auch Verständnis.

Regel 2: Vertrag kommt von Vertragen …

Wann immer und an wen auch immer man wie viel Geld verleiht: Ein Vertrag ist ein absolutes Muss. Das rät auch die Sparkasse. Hier gilt: Blauäugigkeit ist der erste Schritt zum Ärger. Und der Glaube, dass alles gut gehen wird und man sich bei einem Streit schon einigt, ist in neun von zehn Fällen ein Irrglaube. Ein Vertrag hingegen schafft klare Spielregeln: Dazu gehört ein fester Termin, bis wann der Leiher das Geld zurückzahlen muss. Auch die Höhe der eventuell fälligen Zinsen sollte klipp und klar im Vertrag geregelt sein.

Regel 3: Sonderrechte sind Tabu

Wer sich Geld leihen will, erzählt dem potenziellen Gläubiger in der Regel warum. Man erfährt also sehr viel über einen Menschen, sein Umfeld und seinen Lebenswandel. Trotzdem gibt ein gewährtes Darlehen dem Geldverleiher nicht das Recht, über den Lebensstil des Freundes zu urteilen. Wer Geld verleiht, kann sich nicht drei Wochen später über den vermeintlich verschwenderischen Lebensstil des Leihenden beschweren. Hat man sich für die finanzielle Unterstützung entschieden, ist man Geschäftspartner des anderen und nicht sein finanzieller Aufpasser.

Regel 4: Kein schlechtes Gewissen

Es ist absurd, aber passiert immer wieder: Man bekommt Geld nicht zurück und anstatt auf den Tisch zu hauen und sein Recht einzufordern, macht der Verleihende sich Gedanken: Kann ich dem Schuldner schon wieder auf die Pelle rücken und anrufen? Er hat es doch auch schwer in letzter Zeit. Will ich wirklich die Freundschaft wegen der paar Euro (oder der paar hundert oder tausend Euro) riskieren? Dazu die Selbstzweifel: Hätte ich es nicht wissen müssen? Solche Gedanken darf und muss man beiseite wischen – und zwar ohne Wenn und Aber. Man hat eine Vereinbarung mit einem Freund und wenn er sich nicht daran hält, dann riskiert er die Freundschaft und nicht man selbst!

Wer bereits im Vorfeld Bauchschmerzen hat mit einem Darlehen oder dem potenziellen Darlehensnehmer, dem kann man nur eines raten: Lieber schenken als leihen. Bevor man einen Kredit vergibt, von dem man weiß, dass die Rückzahlung Probleme bereitet, sollte man das benötigte Geld lieber verschenken, wenn man sich das leisten kann. Man erspart sich Ärger mit gebrochenen Versprechen und Enttäuschungen im Freundes- oder gar Familienkreis. Man muss allerdings auch klarmachen, dass eine solche Schenkung einmalig ist und eine absolute Ausnahme.

Titelbild: © lithiumphoto/stock.adobe.com

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