NFTs werden vor allem in der Sportbranche immer beliebter. Die Fußball-Weltmeisterschaft heizt diese Entwicklung noch einmal zusätzlich an. Ist der Trend gekommen, um zu bleiben?
Weihnachtszeit in Katar
Die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft sorgte bereits lange im Vorfeld für massive Diskussionen. Gastgeberland Katar musste sich mit verschiedenen Vorwürfen rund um das Thema Menschenrechte auseinandersetzen und das Event fand, aufgrund der Sommerhitze in Katar, zum ersten Mal gegen Jahresende statt. Für Deutschland war bereits in der Gruppenphase Endstation: Nach einer Niederlage gegen Japan, einem Unentschieden gegen Spanien und einem Sieg gegen Costa Rica reichte es nicht, um die vorher zu hohen Punktzahlen Spaniens und die zwei Siege Japans zu toppen.
Fußball-NFTs und der Profit
Mit der Fußball-WM wuchs das Interesse der Anleger an sogenannten Fan-Tokens massiv. Eine kurze Erinnerung: NFTs (Non Fungible Tokens) sind digitale Bilder, die mittels Blockchain-Technologie nicht kopiert oder gefälscht werden können. NFTs sind jedem Käufer eindeutig zugeordnet, was die Exklusivität der Sammlerstücke garantiert. Alle Details hierzu gibt es in unserem Beitrag „Fußball und NFTs“.
Kurz vor dem Beginn der Weltmeisterschaft stieg das tägliche Handelsvolumen für diese spezielle Kryptowährung massiv an – von rund 32 Millionen US-Dollar (Stand Oktober) auf knapp 300 Millionen US-Dollar. Laut dem Handelsblatt haben bereits Vereine wie Paris Saint-Germain, Manchester City, Inter Mailand und Atletico Madrid „Fan-Tokens“ auf den Markt gebracht und bieten sie ihren Fans, Spielern und Mitarbeitern an.
Ein Tor für die Ewigkeit
Das Phänomen „Fußball-NFTs“ hat bereits verschiedene Ausprägungen angenommen. Die FIFA beispielsweise bietet sogenannte „Drops“ an, die in etwa das virtuelle Äquivalent zu den bereits seit Jahrzehnten bekannten Fußballbilder-Päckchen sind. Für knapp fünf Dollar können Fans etwa das „FIFA Archives 2 Drop“ kaufen, in dem drei historische Momente aus der Fußballgeschichte in NFT-Form verewigt sind. Auf der Homepage stehen auch einzelne Momente zum Verkauf. So ist es etwa möglich, das Tor von Mario Götze, das Deutschland 2014 zum Weltmeister machte, für 3.333 US-Dollar zu erstehen. Die einzelnen NFTs sind in verschiedene Seltenheitsstufen (Common, Rare, Epic, Iconic) eingeteilt, so wie es in anderen Sammelkartenspielen bereits lange Praxis ist. „Iconic“ NFTs kosten dabei generell viel mehr als die „Common“-Varianten.
Digitale Sammelkarten
Eine andere Möglichkeit bietet das Fantasy-Manager-Spiel Sorare. Hier können Spieler sich digitale Spielerkarten kaufen und daraus ein virtuelles Team erstellen. Die einzelnen Karten können sie dann handeln oder verwalten. Das Spiel nutzt Blockchain-Technologie auf Ethereum-Basis – die einzelnen Karten sind jeweils NFTs. Auch hier sind die Kosten pro Karte potenziell enorm: Top-Player wie Erling Haaland oder Joshua Kimmich kosten jeweils hunderte von Euro.
Tennis und NFTs
Und zuletzt hat auch der Tennissport mittlerweile die Möglichkeiten der NFTs entdeckt. Im Rahmen der diesjährigen ATP Finals im italienischen Turin bringt ATP eine NFT-Tennis-Kollektion heraus. Diese besteht aus 300 einzigartigen NFTs, auf denen jeweils eine reale Spielsituation nachgestellt ist. Weitere Informationen dazu gibt es bei Finanzen Net.
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