Kaufkraftverlust: Wie sich Deutschland kaputt spart

Deutsche Sparer kämpfen gegen eine Übermacht. Ihre Gegner: das Niedrigzinsumfeld und die steigende Inflation. Die Zeichen stehen auf Kaufkraftverlust.

Eine sparfeindliche Mischung

Ein grundlegender Faktor, der zu diesem Konflikt beiträgt, ist das Sparverhalten der Deutschen. Dem europäischen Amt Eurostat zufolge sorgte zuletzt die Coronavirus-Pandemie für einen massiven Sprung bei der Sparquote überall in Europa. Die Schweizer führen hier die Liste an. Die Sparquote liegt (Stand November 2021) bei 27,0 Prozent, was ein Plus von 5,0 Prozent bedeutet. Bei den Iren stieg die Sparquote am deutlichsten an (plus 15,0 Prozent). In Deutschland beträgt die Sparquote 23,4 Prozent (plus 5,0 Prozent). Diese Entwicklung folgt der Logik, dass die Konsumenten nur schwerlich Geld ausgeben können, wenn weite Teile der Wirtschaft über Monate hinweg Schließungen und Beschränkungen ausgesetzt sind.

Das macht die Deutschen reich wie nie zuvor – so scheint es auf den ersten Blick jedenfalls. Wie die Tagesschau berichtete, haben die Deutschen jedoch bereits seit fast einem Jahrzehnt die Pole Position in Sachen Sparverhalten inne. Im Jahr 2020 legten sie rund 388,5 Milliarden Euro zurück. Beim Vergleich mit 2019 steht ein Plus von 45 Prozent auf dem Papier. Zum ersten Mal legten Sparer in den 19 Ländern mehr als eine Billion Euro neu in Finanzanlagen an.

Infografik Kaufkraftverlust 1
Quelle: Statista

248 Milliarden Euro Verlust

Dabei tun sich jedoch mehrere Probleme auf. Wie das Finanzportal tagesgeldvergleich.de berichtet, sorgen die Inflation und der Niedrigzins für einen enormen Kaufkraftverlust bei den Spareinlagen der Deutschen. Zusammengerechnet betragen die nominalen Zinserträge in Deutschland zwischen Januar 2011 bis Ende 2021 rund 86 Milliarden Euro – soweit der aktuelle Zinsradar des Portals. Nach Abzug der Inflation soll sich daraus ein Kaufkraftverlust von 248 Milliarden Euro ergeben, von denen 76 Milliarden Euro allein 2021 entstanden seien. Das Fazit: Zinssparer in Deutschland tragen mehr als ein Drittel des auf 191 Milliarden Euro geschätzten Kaufkraftverlustes aller Sparer der Euro-Zone im Jahr 2021. Der durchschnittliche Kaufkraftverlust pro Kopf beträgt rund 923 Euro. Eine Rekordsumme.

Deutsche entdecken den Aktienmarkt

Trotz allem parken viele Deutsche ihr Geld noch auf Girokonten oder Sparbüchern. Laut der Statista Global Consumer Survey haben 46 Prozent der Deutschen noch ein Sparkonto. Weltweit ist das Sparbuch jedoch noch beliebter. Zum Vergleich: In Indien sparen mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Befragten über ein Sparkonto.

Gleichzeitig aber entdecken immer mehr Deutsche die Aktie als neue Anlage. Bei einer Umfrage danach, wie Deutsche 100.000 Euro spontan anlegen würden, gab im Jahr 2020 jeder Zweite „Aktien & Fonds“ als bevorzugte Anlagemethode an. Ebenfalls 50 Prozent wählten „Sparbuch, Spareinlagen & Sparverträge“, 45 Prozent würden auf Immobilien bauen. Ein knappes Drittel (32 Prozent) der Befragten entschied sich für „Anleihen & festverzinsliche Wertpapiere“.

Kaufkraftverlust Infografik 2
Quelle: Statista

Garantie und Rendite vereint

Die großen Chancen für diejenigen Kunden, denen Rendite am Herzen liegt, sind aktuell an den Aktienmärkten zu finden. Die WWK bietet hier ihre IntelliProtect® 2.0 als Lösung an, bei der nach der Portfolio-Strategie iCPPI (Individual Constant Proportion Portfolio Insurance) investiert wird. Somit profitieren Kunden von den Chancen der Aktienmärkte, können sich aber dank einer hohen Beitragsgarantie zum Laufzeitende auf ihre Rente verlassen, auch wenn die Kurse schwanken. Weitere Informationen zur Geldanlage in der Niedrigzinsphase gibt es hier auf dem Blog. Im Beitrag „Die junge Generation“ haben wir die Zielgruppe U30 und deren Investmentverhalten unter die Lupe genommen.

Titelbild: ©djoronimo/ stock.adobe.com

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