Zielgruppe Studenten: Der Vermittler als Finanzausbilder

Frisch immatrikuliert und bereits große Pläne im Kopf. Während die einen Studenten die Weltreise anpeilen, geht es anderen zunächst vorrangig um die Karriere. Weiterbildungen, das erste Auto oder der Fachwirt können das Konto belasten. Abseits davon stehen Studenten ohnehin in dem Ruf, stets knapp bei Kasse zu sein. Trotzdem aber legen immer mehr von ihnen Geld an.

Wie genau das aussieht, wieso Studenten eine sinnvolle Zielgruppe in der Beratung sind und warum Neo-Broker eine wichtige Rolle spielen, beleuchten wir im folgenden Artikel.

Studenten sind eine sinnvolle Zielgruppe:

Grundsätzlich hat die höhere Bildung in Deutschland über viele Jahre hinweg stark an Bedeutung gewonnen, die Zahl der Studenten stieg merklich. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts waren im Wintersemester 2022/2023 rund 2,9 Millionen Menschen an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Gegenüber dem vorherigen Wintersemester stagniert die Zahl fast. Zuletzt blieben stärkere Anstiege aus, was Destatis teilweise mit dem allgemeinen Rückgang der jugendlichen Bevölkerung erklärt. Die Zahl der 17- bis 22-Jährigen ist nicht mehr so hoch wie einst.

Laut Stepstone-Gehaltsreport verdienen Akademiker im Durchschnitt 68.000 Euro brutto im Jahr, während es ohne Studium 45.000 Euro pro Jahr sind. Zwar können Studenten während des Studiums in der Regel nur wenig Geld zurücklegen. Doch ist der Bedarf nach dem Studium umso höher, denn wer mehr verdient, für den klafft die finanzielle Lücke beim Verlust der Arbeitskraft weiter auf. Da aktuell die psychischen Erkrankungen als Ursache für Berufsunfähigkeit auf dem Vormarsch sind, können sich auch Studenten nicht darauf ausruhen, ja keine körperlich belastete Zielgruppe zu sein.

Selbst Anlegen wird immer beliebter und einfacher:

Immer weniger Studenten gehen den klassischen Weg zum Bank- oder Finanzberater. Stattdessen kümmert man sich selbst um seine Altersvorsorge.

Neo-Broker ermöglichen es, schnell und vor allem einfach in nur ein paar Klicks sein Geld am Kapitalmarkt anzulegen. Dazu kommen eine moderne App, schickes Design und Marketing, das besonders auf junge Leute und besonders Studenten ausgelegt ist.

Studenten wünschen sich mehr Aufklärung

Doch leider vergessen die Verbraucher dabei oft eine Sache: Es ist zwar einfach, sein Geld anzulegen, aber oft fehlt das Anlagewissen.

Laut einer Umfrage des Fintechs amplitude und der TU München, in welcher 1716 Studenten in Deutschland befragt wurden, gaben 84 Prozent der Studenten an, nur über unzureichendes Finanzwissen zu verfügen. Trotzdem investiert etwa die Hälfte der Studenten in Aktien.

Die fehlende finanzielle Bildung ist darauf zurückzuführen, dass weder die deutschen Schulen noch Universitäten und Hochschulen ausreichend Finanzwissen vermitteln. Auch in Wirtschaftsstudiengängen bleibt die finanzielle Aufklärung oft auf der Strecke.

Deshalb wünschen sich 55 Prozent der befragten Studenten mehr staatliche Aufklärung im Bereich finanzielle Bildung.

Unterschätztes Risiko

Neben dem fehlenden Anlagewissen gibt es häufig noch ein weiteres Problem: Kunden unterschätzen das Risiko der Geldanlage. Klassische Anlagemöglichkeiten bieten meist nur geringe Renditen. Deshalb investieren viele junge Leute planlos in Aktien und ETFs.

Meist sehen sie hier nur das schnelle Geld und hohe Gewinne. Das Verlustrisiko beim Spekulieren an der Börse ignorieren sie hierbei oft. „Junge Leute, die mit Aktien handeln, verfallen schnell in einen Zockermodus. Sie können sich überschätzen“, sagt zum Beispiel Kapitalmarktexperte und Autor Christian Röhl.

Aufgabe des Vermittlers: Aufklären

Dass in der finanziellen Bildung für Studenten Nachholbedarf besteht, ist klar. Vermittler haben daher als Finanzprofis die Aufgabe, Studenten und junge Leute in ihrer Beratung über das Thema Geldanlage aufzuklären.

Vor allem das Risikobewusstsein sollte erweitert werden. Zudem sollte man aufzeigen, warum sich eine professionelle Beratung und ein kompetenter Ansprechpartner lohnen. Auch wenn es immer so einfach dargestellt wird, ist Geldanlage um einiges komplexer als man denkt.

Titelbild: © Ron Dale / stock.adobe.com

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