Ein Appell der Umwelt: Die Elementarabsicherung gewinnt an Wert

Ahrtal, Kreis Euskirchen, Rhein-Erft-Kreis. Diese Regionen verknüpfen viele spätestens seit dem verheerenden Unwetter im Juli dieses Jahres im Westen Deutschlands mit Hochwasser. Mehr als 100 Menschen hat die Flut das Leben gekostet, ganze Existenzen liegen auch Wochen später noch brach. Katastrophen wie diese zeigen: Die Unwetterrisiken steigen und Hochwassergebiete nehmen zu. Entsprechende Produkte für Elementarschäden sind speziell in der Sachversicherung in Zukunft nicht mehr wegzudenken. Doch oft zögern Menschen aufgrund der Kosten-Nutzen-Abwägung. Wie beraten Vermittler in dieser Frage richtig? 

Anwohner stehen vor der Entscheidung: Bleiben oder wegziehen

Den Bewohnern im Eferdinger Becken westlich von Linz werden die Bilder aus diesem Sommer erschreckend bekannt vorgekommen sein. Bereits 2013 ist die Donau über ihre Ufer getreten und hat weite Teile überflutet. Anwohner mussten sich irgendwann der Entscheidung stellen: bleiben oder wegziehen? In Österreich bekamen sie von der Regierung das Angebot, mit staatlicher Unterstützung das Gebiet zu verlassen. Einige wenige zogen weg, viele blieben. Ihnen stellt sich die Frage, wie sie ihr Hab und Gut angesichts der drohenden Unwetterkatastrophen absichern können. 

Elementarschäden: Nach dem ersten Schock folgt das Aufatmen

So wie im Hochwassergebiet an der Donau kann es auch anderen Bewohnern gehen. Ihre Heimat, schön in der Nähe eines plätschernden Flusses oder Bachlaufs gelegen, wird Stück für Stück unbewohnbar. Besonders Menschen, die aus der Stadt aufs Land gezogen sind, um Ruhe zu bekommen, seien diesem Druck nicht gewachsen, sagte Sebastian Seebauer in einem Interview mit der ZEIT.

Er ist einer von 40 Forschern, die am Institut für Klima, Energie und Gesellschaft bei der Forschungsgesellschaft Joanneum Research in Graz arbeiten und der die Flutopfer aus dem Erferdinger Becken seit Beginn an begleitet. „Nach dem ersten Hochwasser beobachten wir oft erst einmal ein Aufatmen: Ich habe das bewältigt, das wird schon nicht mehr passieren. Oft braucht es wiederholte Erfahrungen mit Hochwasser, damit Haushalte realisieren, dass sie ein echtes Problem haben.“ Gerade Familien, die über Generationen hinweg Erfahrungen mit Hochwasser gesammelt haben, zeigten ein hohes Maß an Resilienz. Die Ausmaße der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hätten allerdings ein anderes Ausmaß, meinte Seebauer, weshalb schon „ein einziger Hochwasserschaden zu einem starken Impuls führt“. 

Umweltschäden nehmen früher zu als angenommen

Und dass diese Ereignisse sich wiederholen werden, darin sind sich Klimaforscher einig. Die kritische Marke von einer Erderwärmung um 1,5 Grad würde schon 2030 erreicht, berichtete die Tagesschau und beruft sich dabei auf den aktuellen Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC. Damit seien die Folgen der Klimaerwärmung schon zehn Jahre früher spürbar als 2018 angenommen. Wetterextreme in Form von schlimmen Hitzewellen, Tropenstürmen sowie starke Regen- und Schneefälle werden zunehmen. Genauso werden Dürre und längere Brände häufiger und intensiver. 

Angesichts dieser düsteren Prognose hat das Interesse der Menschen an einer Versicherung für Elementarschäden zugenommen. Das hat eine Umfrage bei Facebook mit insgesamt 294  Teilnehmern ergeben. Rund 83 Prozent gaben an, mehr Interesse ihrer Kunden zu spüren, etwa zehn Prozent sagten, es würde stagnieren, sieben Prozent bemerkten ein kurzes Hoch, das dann schnell wieder abflachte. Nur weniger als ein Prozent gaben ein abnehmendes Interesse ihrer Kunden an. Eine Reihe an Vermittlern sagte aber auch, dass sich das Interesse regional unterscheide. „Ja, das Thema kam öfter auf, aber viele wollen dennoch keine Absicherung. ‚Hier passiert sowas nicht’“, schrieb ein Facebook-Nutzer. Und das, obwohl Umweltschäden etwa durch „auslaufende Heizöltanks oder auch andere Flüssigkeiten im gewerblichen Bereich“ schon immer ein großes Problem darstellten, kommentierte ein anderer Nutzer. 

GDV: 11,5 Milliarden Euro Unwetterschäden in 2021

Sein Hab und Gut abzusichern ist angesichts zunehmender Wetterextreme sinnvoll. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer rechnet aufgrund der Flut mit versicherten Unwetterschäden in Höhe von rund 11,5 Milliarden Euro. Trotzdem sei die Abschlussbereitschaft der Kunden eher niedrig, gab ein Facebook-Nutzer in der Umfrage an. Wie also überzeugen Vermittler ihre Kunden von dem Nutzen einer passenden Versicherung?

Oliver Krenz, Referent für den Bereich Komposit aus der Abteilung Verkaufsförderung, kennt das Problem aus der Beratung. Er sagt: „Vermittler sollten Kunden den versicherten Wert ihres Eigentums greifbar machen und plakativ vor Augen führen.“ 

Elementarschäden: Viele Kunden wissen den Wert ihres Besitzes nicht

Als typisches Beispiel nennt er Kunden, die ein Haus geerbt oder ein Grundstück mit Bestandsimmobilie gekauft haben. Sie könnten oftmals den Wert des Gebäudes nicht genau beziffern. Übernehme derjenige zudem die Versicherung des alten Eigentümers, findet er in seinen Unterlagen überwiegend den Wert 1914 in Mark. Das Problem: „Mit diesem Wert können jedoch die Wenigsten etwas anfangen.“ 

Alt-Tarife regelmäßig anpassen

Es ist seiner Einschätzung nach auch sinnvoll, von Zeit zu Zeit die versicherten Werte der Kunden zu überprüfen. Diese würden gerne im Laufe der Zeit An- und/oder Umbauten tätigen, ohne dabei die Gebäudeversicherung den neuen Gegebenheiten anzupassen. Der Vermittler sollte während der Beratung auch über die versicherten Risiken sprechen. Speziell aktuelle Unwetterereignisse sensibilisiert das Kosten-Nutzen-Denken der Kunden und verdeutlicht, dass eine Elementarschadendeckung nur einen kleinen Bruchteil im Verhältnis des versicherten Wertes kostet.

Versicherungsschutz der WWK gegen Elementarschäden

Die WWK bietet hier den passenden Versicherungsschutz. Die Wohngebäudeversicherung bietet erweiterten Schutz gegen Elementarschäden. Abgesichert sind Eigentümer gegen Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Lawinen und auch einen Vulkanausbruch. Diese ist in Verbindung mit einer WWK Hausratversicherung oder Wohngebäudeversicherung möglich. Darin sind auch Anlagen Erneuerbarer Energien wie beispielsweise Photovoltaik, Solar und Geothermie eingeschlossen. Mehr Informationen gibt  es hier. Als Argument für den Kunden: Je mehr Haushalte sich gegen Elementarschäden versichern, desto höher ist die Chance auf einen Risikoausgleich für den Versicherer und eine bezahlbare Prämie für die Kunden.

Titelbild: © stock Rocket/stock.adobe.com

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Brigitte Mellert
Brigitte Mellert
Ihr Journalismus-Studium und ihre Redakteursausbildung zogen sie vor Jahren aus München weg nach Schwaben. Nun, zurück in der neuen alten Heimat, durchforstet sie als Online-Redakteurin die Finanzwelt nach spannenden Geschichten. Dort fündig geworden, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten in der Natur auf dem Rad oder beim Wandern in den Bergen.

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