Ruven Simon: „bAV ist nicht nur Neuabschluss“

Laufend neue Meldungen zum steigenden Renteneintrittsalter sorgen dafür, dass das Thema Altersvorsorge wieder stärker in den Blickpunkt der Menschen rückt. Für Arbeitnehmer bietet gerade die bAV einen erheblichen Anreiz. Doch in finanziellen Krisenzeiten wie dem Corona-Jahr ist für Unternehmen nicht an zusätzliche Ausgaben zu denken – oder doch? Für die bAV gilt diese Vermutung offenbar nicht. Der GDV gab bekannt, dass die Zahl an Verträgen und Beitragseinnahmen in der betrieblichen Altersvorsorge im Jahr 2020 trotz Corona stiegen. Wir sprechen mit Ruven Simon, Leiter bAV Partnervertriebe der WWK, über die Säulen der Altersvorsorge, Risiken und Krisen, aber auch über neue Chancen.  

Redaktion: Herr Simon, im Rahmen des bAV-Kompetenz-Ratings vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) wurde die WWK Lebensversicherung a. G. mit der Bestnote ausgezeichnet. Mit welchen Merkmalen schafft es die WWK, sich von der Konkurrenz abzuheben? 

Ruven Simon: Hier greifen drei unterschiedliche Kompetenzen der WWK ineinander:

Zum einen das Unternehmen: Sicherheit ist gerade in aktuellen Zeiten ein wichtiges Gut. Wir haben bereits frühzeitig die richtigen Weichen gestellt und den Fokus auf unser Eigenkapital gelegt. Bereits seit Jahren sind wir der substanzstärkste Lebensversicherer Deutschlands. Diese extrem hohe Finanzkraft ist die Basis des Versprechens an unsere Kunden, jederzeit bedienen zu können und gewährt uns zusätzlich die Flexibilität, renditestarke Produkte anzubieten.

Damit sind wir bereits beim zweiten wichtigen Merkmal: dem Produkt. Mit WWK IntelliProtect® 2.0 haben wir eine branchenweite Besonderheit. Es ist der einzige Mechanismus, der bereits seit zwölf Jahren am Markt ist und sich in Krisen- aber auch in Hochzeiten bewährt hat. Wir setzen daher nicht auf zum Teil unrealistische Hochrechnungen, sondern können aus der Praxis berichten. Das Produkt ist dabei natürlich das Herzstück – denn IntelliProtect® 2.0 wurde explizit als bAV-Produkt konzipiert. 

Das Wichtigste zum Schluss: der Service. Denn gerade die bAV ist ein sehr komplexes Themenfeld. Bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern entstehen viele Fragen zum System, zur Verwaltung, et cetera. Bei den Antworten nehmen wir uns auch selbst in die Pflicht und stehen unseren Vertriebspartner zur Seite. Für fachliches Know-How haben wir mit dem bAV-Kompetenz Center eine Spezialabteilung in München installiert. Unsere Maklerbetreuer und Consultants stehen zusätzlich regional zur Verfügung, ebenso wie bAV-Spezialisten – die bAV-Consultants. 

Wir unterstützen zum einen vor Ort bei der fachlichen Qualifizierung und bieten mit Seminaren Zusatzqualifizierung und zwei spezifische bAV-Weiterbildungen an. Zum anderen sind wir auch beim Arbeitgeber an der Seite unserer Vermittler – denn gerade dort möchten wir unsere exzellente bAV-Kompetenz einbringen.

Diese Punkte – für mich die wichtigsten Punkte bei der Auswahl der passenden Altersvorsorge – überzeugen auch unsere Kunden und Vertriebspartner und heben uns damit deutlich von den Mitbewerbern ab.

Redaktion: Welchen Ansprüchen muss die bAV aus der Sicht von Unternehmern und Arbeitgebern gerecht werden? Inwiefern haben sich Ansprüche gewandelt?

Ruven Simon: Die Erwartung der Arbeitgeber haben sich in den vergangenen Jahren gegenüber den Versicherern deutlich verschärft. Vor zehn Jahren haben Unternehmer einfach jede Direktversicherung, die von einem Mitarbeiter angeschleppt wurde, unterschrieben und abgeheftet. 

Heute ist die Betriebsrente neben der gesetzlichen Rente die wichtigste Vorsorgeform.

Das zeigt auch die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte. Denn für viele Versäumnisse der Vergangenheit werden Arbeitgeber heute zur Kasse gebeten.

Redaktion: Welche wesentlichen Ansprüche ergeben sich daraus für Unternehmen? 

Ruven Simon: Zwei richtige K.O.-Kriterien: Zum einen die Haftungssicherheit. Hier bringt der Versorgungsträger die geforderte Sicherheit in Abhängigkeit der Zusage durch sein Produkt ein. Zum anderen digitale Prozesse. Also die Verwaltung. Vom papierlosen Büro, passender Ablage und Kommunikation zum Versicherer müssen alle Prozesse stimmig sein. Nicht nur aus der Personalabteilung, sondern auch aus dem Homeoffice.

Redaktion: Halten sich Arbeitgeber in Krisenzeiten wie Corona finanziell zurück, oder gewinnt das Wohl des Mitarbeiters an Wert?

Ruven Simon: Sowohl als auch – das ist durch Corona stark abhängig von der Branche.

Unternehmen, die zu den „Corona-Verlierern“ gehören, hatten geringe Umsätze, kaum Gewinne und leere Auftragsbücher. Hier wurden auch Investitionen zurückgehalten. Das betrifft auch die Betriebsrente.

Umgekehrt ist es bei den „Corona-Gewinnern“, also Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern und großen Umsätzen. In diesen Branchen werden Mitarbeiter händeringend gesucht und der Wunsch nach einer hohen Unternehmens-Loyalität steigt. Die Betriebsrente wird dabei als Mitarbeiterbindungs- und Motivations-Instrument eingesetzt.

Redaktion: Und wie unterstützt die WWK hier – auch krisengebeutelte – Bestandskunden?

Ruven Simon: bAV ist selbstverständlich nicht nur Neuabschluss. Gerade jetzt erkennt man den Mehrwert eines Service-Versicherers. Mit unserem High-Class bAV Service bieten wir eine herausragende Unterstützung unserer Vertriebspartner. Unsere Spezialisten nehmen sich Zeit für alle Anfragen der Vermittler. 

Die schnellen und effektiven Prozesse sind ein Gewinn für bAV-Berater. Denn jede Anfrage des Arbeitgebers, die vom Versorgungsträger abschließend und zufriedenstellend geklärt wird, erleichtert den Beratungsalltag unserer Vertriebspartner. 

Mit dem Arbeitgeberserviceversprechen setzen wir Maßstäbe in der bAV-Verwaltung.

Redaktion: War eine Verunsicherung der Vermittler hinsichtlich einer bAV-Beratung während der Corona-Krise zu spüren?

Ruven Simon: Verunsicherung ist wohl etwas überspitzt – eher eine Umstellung. Innerhalb kürzester Zeit haben unsere Vertriebspartner ihre Prozesse von persönlichen vor-Ort Gesprächen auf digitale Beratung umgestellt. 

Auch hier haben wir als starke Gemeinschaft gerne unterstützt. Mit übergreifenden Tools zur Videoberatung und zur eSignatur, als auch mit bAV-spezifischer Software wie dem Xempus Advisor. Selbstverständlich haben diese Prozesse einige Zeit in Anspruch genommen und gerade in den ersten Monaten gab es Verwerfungen im Neu- und Bestandsgeschäft. 

Redaktion: Inwieweit bietet die aktuelle Situation für Vermittler Chancen in der Beratung?

Ruven Simon: Digitalisierung bietet viele Vorteile. Durch digitale Beratungsgespräche entstehen beispielsweise zusätzliche Zeiträume, die Berater passend nutzen können. 

Berater, die die Chance zur virtuellen Beratung ergreifen, finden leichter Zugang zur digitalaffinen Kundengruppe der Generationen Y und Z.

Ein wichtiger Baustein ist dabei auch immer eine bedarfsgerechte Software. Genau dort ist wieder die Schnittstelle zwischen Berater und Versicherer. Zur Unterstützung bieten wir eine kostenfreie Softwarelösung mit eSignatur. Damit können Vermittler dem Kunden leichter das häufig komplexe Thema bAV vermitteln. Von vielen dieser digitalen Lösungen werden wir sicherlich auch nachhaltig profitieren.

Redaktion: Mit welchen weiteren Maßnahmen unterstützt die WWK Vermittler in der bAV-Beratung?

Ruven Simon: Mit dem deutschlandweiten Team der bAV-Consultants verwandeln wir die schwerfällige und komplexe Materie in eine verständliche Beratung. In unserem Aus- und Weiterbildungszentrum WWK Forum bieten wir zur fachlichen Unterstützung die beiden bAV-Seminare Zusagequalifizierung und bAV-Experte kostenfrei an. In der WWK Akademie online findet zusätzlich einmal monatlich ein Webinar zum Thema statt.

Aber auch regional vor Ort sind wir im Einsatz. Unsere Maklerbetreuer und Consultants stehen fachlich als Ansprechpartner oder für Schulungen zur Verfügung. 

Redaktion: Und in der Praxis?

Ruven Simon: Im Arbeitgebergespräch vor Ort werden die Leitlinien zur Betriebsrente beschlossen. Hier begleiten wir unsere Vertriebspartner und bilden auf Wunsch die zusätzliche Schnittstelle zwischen Steuerberater, Betriebsrat und Unternehmensführung. Durch die übersichtliche Struktur unseres §4a Komplettpakets stellen wir zusätzlich sicher, dass alle gewünschten Bausteine von Beratung bis Verwaltung passend integriert werden.

Der Spagat zwischen digital und persönlich gelingt hier tatsächlich sehr gut. Das gewährleisten wir unter anderem mit verschiedenen Unterlagen zur Vermarktung der Betriebsrente. Beispielsweise mit Flyern, Broschüren oder bAV-Info-Portalen, selbstverständlich im Look&Feel des Arbeitgebers und des Vermittlers.

Redaktion: Sehen Sie ein Risiko, dass die bAV an Bedeutung verlieren könnte? Wenn ja, wie ließe sich dem vorbeugen?

Ruven Simon: Im Gegenteil.Die Altersvorsorge in Deutschland gewinnt zunehmend an Bedeutung. Politisch gewollte Lösungen wie die Riester-Rente zerbrechen unter der Last der Niedrigzinsphase. Die gesetzliche Rente hingegen wird geschwächt vom demographischen Wandel und wird spätere und niedrigere Renten zur Folge haben.

Die Betriebsrente ist der Fels in der Brandung. Sie sichert den Ruhestand von über 16 Millionen Menschen in Deutschland. Auch wenn die Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten die bAV verkompliziert, hat sich das System seit Jahrzehnten bewährt. Das hat auch die Politik erkannt und einen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent, einen Krankenversicherungsfreibetrag und eine stetige Anpassung der Beitragsbemessungsgrenzen arrangiert.

Redaktion: Inwieweit wären Reformen bestehender Systeme eine Alternative?

Ruven Simon: Hier istmeiner Meinung nachVorsicht geboten. Gerade hinsichtlich unnötiger Reformen. Die Verwirrung rund um das Sozialpartnermodell ist dabei ein gutes Beispiel. Auch vier Jahre nach Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes handelt es sich dabei um einen Blindgänger – so viele notwendige Änderungen, Anpassungen und Schulungen für keinen einzigen abgeschlossenen Altersvorsorgevertrag.

Die Menschen in Deutschland dürfen nicht das Vertrauen in die Altersvorsorge verlieren. Alle 15 bis 20 Jahre ein neues System zu erschaffen, ist daher vollkommen falsch. 

Ebenso wird sich eine Abschaffung von Provisionen als Fehlzündung entpuppen, da ein Großteil der Bevölkerung damit überhaupt keine Beratung mehr erhielte. Viel wichtiger ist es, bestehende Systeme an das künstlich geschaffene Niedrigzinsumfeld anzupassen, um der Spareinheit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen fruchtbaren Vorsorgeboden zu schaffen.

Titelbild: © WWK

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Stephanie Gasteiger
Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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